Seine psychotherapeutische Praxis hatte Nestor Krieger dank starkem Engagement und unermüdlichem Fleiß erfolgreich etabliert – sogar sehr erfolgreich. Seit Jahren schon war sein Terminkalender zum Brechen voll, die Patienten mussten sich mit einer langen Warteliste abfinden. So hatte er kaum gemerkt, wie einsam er geworden war. Persönliche Beziehungen zu anderen Menschen wurden mit der Zeit zur Ausnahme, ja zum Störfall, der lediglich seine berufliche Leistungsfähigkeit beeinträchtigte.

Zunächst war ihm kein Mangel aufgefallen. Sexuelle Flauten lassen sich ja mittels 3-D-Brille und manueller Entspannung problemlos überbrücken. Seinen Job erledigte Dr. Krieger so souverän wie eh und je. Alles verlief in bekannten, bewährten Bahnen. Deshalb traf ihn die Krise so vollkommen unvorbereitet.

Denn plötzlich litt er an Schlafstörungen. In der Therapie war er unkonzentriert; die selbstverliebten Erzählungen seiner Patienten langweilten ihn. Er ging ziellos im Park spazieren. Alles sehr beunruhigend! Und schuld daran war Herr Winkler. …