Aus Aufzeichnungen ist nur sein Name, Willem de Ruyter, bekannt, nicht jedoch seine Größe und Ausstattung. Vergleiche mit anderen Schiffen jener Zeit lassen jedoch annehmen, dass es einer schwimmenden Burg ähnelte: Um die 40 Meter lang und elf Meter breit war der massive Eichenrumpf mit Rahsegeln, der sich da vor Mutter und Tochter auftürmte. Es gab zwei oder drei Decks, auf denen bis zu 100 Tonnen Proviant verteilt werden mussten. Die Heckreling war mit geschnitzten Blumenornamenten und barocken Würdenträgern verziert, die Mähne des Wappentiers, des niederländischen Löwen, wurde durch Blattgold aufgewertet. In der Heck- und Achtergalerie drängten sich Erkerfenster in zwei Reihen, die wie Balkone eines repräsentativen Gebäudes über das Wasser hinausragten.

Aber damals betrat man nicht einfach ein Schiff und segelte aufs offene Meer hinaus! Um den Dreimaster zu erreichen, mussten die Passagiere zunächst einen hal­ben Tag lang mit der Fähre über den Zuidersee, der heute zum Ijsselmeer gehörenden eingedeichten Meeresbucht, bis nach Texel fahren. Die Reede dieser Insel war ein geschützter Ankerplatz und galt als gute Ausgangsbasis für Fahrten nach Übersee, als Tor zur großen, weiten Welt. Auch wurde erst hier die Besatzung zusammengestellt. Und was transportiert werden sollte, musste wohl überlegt sein. Von jeder Ladung hing nicht nur die monatelange Versorgung der Mannschaft und der Reisenden ab, sondern auch die Verpflegung in den Kolonien. Vor allem für die Station Surinam musste fast alles exportiert werden: Baumaterial für die holländischen Holzhäuser und Klinkerbauten der Siedler, Textilien, Werkzeug, gesalzenes Fleisch, Medikamente …