Ein kleiner Test zum Aufwärmen: Sie sehen ein Kind weinend vor einem abgebrannten Haus stehen – die Arme hängen schlaff am Körper herab, Angst zeichnet sich im Gesicht ab. Was empfinden Sie? Die meisten Betrachter können intuitiv nachvollziehen, was das Kind fühlt, ja sie entwickeln oft selbst ähnliche Emotionen: Sie haben Mitleid.
Autisten gelten landläufig als unfähig zu solchen Gefühlsreaktionen. Die Betroffenen scheinen vor allem in sozialer und emotionaler Hinsicht in ihrer eigenen, isolierten Welt zu leben. Sie gelten als behindert, da sie so vieles typisch Menschliche vermeintlich nicht können, an so vielen Dingen keinen Anteil haben. Der Grund für dieses Vorurteil: Die öffentliche Wahrnehmung von Autismus beschränkt sich traditionell auf schwer betroffene Kinder, die mitunter tatsächlich geistig zurückgeblieben und extrem verhaltensauffällig sind …