Im Alter heilen Hautverletzungen deutlich langsamer, weil bestimmte Oberhautzellen, die hornbildenden Keratinozyten, weniger aktiv sind und nur noch eingeschränkt mit Immunzellen kommunizieren. Das haben Forscher um Elaine Fuchs von der Rockefeller University in New York jetzt herausgefunden.

Die Forscher verglichen die Wundheilung in der Haut von wenige Monate alten Mäusen mit der von zwei Jahre alten Tieren – also im Jugendalter und gegen Lebensende. Bei verletzten Jungtieren vermehren sich die Keratinozyten im umliegenden Hautgewebe und wandern in die Wunde, um sie zu schließen. Außerdem signalisieren sie Immunzellen, Mitogene (zellteilungsanregende Proteine) zu produzieren, die ihrerseits den Wundverschluss fördern.

Bei verletzten alten Mäusen teilen und bewegen sich die Keratinozyten hingegen langsamer, wie die Experimente zeigten. Außerdem regen sie die Immunzellen deutlich weniger zur Mitogenproduktion an. Das Verheilen der Wunde dauert deshalb einige Tage länger als bei jungen Tieren. Behandelte das Team die alten Mäuse aber mit dem Botenstoff Interleukin-6, der Keratinozyten mobilisiert und deren Kommunikation mit den Immunzellen wiederherstellt, dann heilten die Verletzungen doppelt so schnell. Hier könnte ein Ansatzpunkt für verbesserte medizinische Behandlungen älterer Patienten liegen.