Familienplanung und Spaß an der Sache sind nur zwei der menschlichen Motivationen, Sex zu haben. Wie texanische Wissenschaftler klärten, gibt es noch 235 weitere Begründungen, intim zu werden. Dazu zählt lapidare Langeweile ebenso wie spiritueller Höhenflug ("Ich wollte mich Gott näher fühlen"), Selbstlosigkeit ("Ich wollte, dass sich der oder die andere gut fühlt"), aber auch kalte Berechnung ("Ich wollte befördert werden"). Selbst Liebe wurde genannt.

David Buss und Cindy Meston von der Universität von Texas in Austin befragten über 400 Männer und Frauen nach den Gründen für Sex und ermittelten daraus vier Hauptauslöser und 13 Subfaktoren für Sex. So gehe es zum einen um körperliche Beweggründe wie Stressreduktion ("Ausgleichssport"), Wohlbefinden, Erweiterung des Erfahrungshorizontes und die physische Anziehungskraft des Partners ("Er war ein guter Tänzer"). Zum zweiten versteckten sich dahinter bestimmte Zielabsichten wie Kinderwunsch, Verbesserung des sozialen Status ("Ich wollte beliebt sein") oder gar Rache ("Ich wollte eine Geschlechtskrankheit weiterverbreiten").

"Menschen haben verschiedene Gründe für Sex, von denen manche recht komplex sind"
(David Buss)

In eine dritte Gruppe fallen Argumente, die auf eigener Unsicherheit beruhen: Man lechzte nach Aufmerksamkeit, empfand ein Gefühl der Pflicht oder Druck ("Mein Partner gab nicht nach") oder wollte Seitensprünge verhindern. Sogar emotionale Ursachen stellten die Forscher fest: Liebe und Zuneigung spielten für manche eine Rolle, ein Gefühl der Verbundenheit spüren zu können oder sich auf diesem Weg zu bedanken. Im zweiten Schritt ließen sie über 1500 Studenten bewerten, welcher dieser Faktoren sie bereits zu Intimitäten angeregt hatte.

Warum Menschen intim werden, sei extrem wichtig, aber kaum untersucht, erklärt Buss. Viele Wissenschaftler seien der Ansicht, die Antwort läge auf der Hand, doch "Menschen haben verschiedene Gründe für Sex, von denen manche recht komplex sind." (af)