Schon vor rund 7500 Jahren war der Mensch wählerisch mit seinem Essen – und begann dementsprechend nicht nur mit der gezielten Auslese verschiedener Getreidesorten, sondern auch mit der Domestikation des Pfirsichs. Darauf deuten mehrere tausend Jahre alte Kerne hin, welche Forscher um Gary Crawford von der University of Toronto in verschiedenen Ausgrabungsstätten im Jangtse-Tal im Süden Chinas entdeckten.

Crawford und seine Kollegen datierten die Pfirsichkerne mit Hilfe der Radiokarbonmethode und verglichen anschließend ihre Größe und Struktur miteinander. Dabei stellten die Forscher fest, dass die Pfirsiche im Lauf der Zeit offenbar immer größer geworden waren – ein klares Zeichen dafür, dass schon früh eine Auslese durch den Menschen stattgefunden haben muss. "Die Pfirsiche, die wir heute essen, wachsen so nicht in freier Wildbahn", erklärt Crawford. "Generation um Generation wurden die besten Exemplare ausgewählt, und dadurch entwickelten sie sich von sehr kleinen Früchten, an denen kaum etwas dran war, zu dem Obst, das wir heute kennen."

Die ältesten Pfirsichkerne, die denen moderner kultivierter Formen ähneln, stammen aus der Zeit der Liangzhu-Kultur und sind damit zwischen 4300 und 5300 Jahre alt. Die Wissenschaftler schätzen, dass der Mensch rund 3000 Jahre vorher mit der Zucht begonnen haben muss. Dabei wählte er nicht nur nach Geschmack und Größe aus, sondern achtete auch auf eine möglichst große Ausbeute, sagen die Forscher. Denn heutige Kultursorten tragen meist länger Früchte als Wildsorten.