Luftverschmutzung führt zu erhöhtem Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen bei jungen Erwachsenen [1] und schädigt – bei konstanter Belastung – die Lunge von Kindern langfristig oder sogar irreversibel [2]. Diese Ergebnisse erbrachten zwei Studien von Teams um Chang-Chuan Chan von der Nationalen Universität von Taiwan in Taipeh und Isabelle Romieu vom Nationalen Institut für Öffentliche Gesundheit in Mexiko.

Chan untersuchte 76 gesunde taiwanesische Studenten, indem er ihnen über mehrere Monate alle dreißig Tage Blut abnahm und Elektrokardiogramme erstellte. Die so erhaltenen Daten verglich er anschließend mit gleichzeitig erhobenen Messwerten zur Luftverschmutzung auf dem Studentencampus: Je stärker die Belastung mit Abgasen war, desto deutlicher zeigten die Probanden Risikoanzeichen für Herzentzündungen, oxidativen Stress und Blutgerinnsel.

In der mehrjährigen mexikanischen Studie analysierten Romieu und ihre Kollegen die Folgen unterschiedlicher Abgasbelastung – Ozon, Stickstoffdioxid und Feinstaub – für 3170 Achtjährige von 39 Schulen in Mexico City. Die Mediziner führten verschiedene Atemübungen und Tests zum Lungenvolumen durch: Auch hier korrelierten höhere Abgaswerte mit deutlich schlechter funktionierenden Atemorganen. Auch das Wachstum der Kinderlungen war stark beeinträchtigt, was auf langfristige Schädigungen und Probleme im späteren Leben hinweise, so Romieu.

Die Autoren beider Studien verweisen darauf, dass bislang noch keine Studie so deutliche Zusammenhänge zwischen Luftverschmutzung und der Gesundheit junger Menschen aufgezeigt habe. Zwar seien die zu Grunde liegenden biologischen Mechanismen noch unzureichend erforscht, aber dennoch sollten die Abgasregelungen in großen Ballungsräumen umgehend strenger formuliert werden. (lp)