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Kognitionswissenschaft

Actionspiele verbessern die Sehschärfe

Wie Forscher an der Universität Rochester nachgewiesen haben, können visuell fordernde Computer-Actionspiele die Sehschärfe schon nach einem Monat Training wesentlich verbessern.

Für ihre Studie wählten Daphne Bavelier und Shawn Green nur solche Studenten als Versuchspersonen, die im vergangenen Jahr gar nicht oder nur wenig mit Videospielen in Berührung gekommen waren. Einen Monat lang verbrachten die Probanden dann etwa eine Stunde täglich am Computer und spielten ausschließlich entweder "Unreal Tournament", ein actionreiches Computerspiel, oder das Geschicklichkeitsspiel "Tetris". Im Gegensatz zum visuell wenig anspruchsvollen Tetris, erfordert das Actionspiel eine hohe visuelle Aufmerksamkeit auch auf kleine Bilddetails. Die Sehschärfe der Versuchspersonen wurde vor und nach dem Experiment mit einem Sehtest überprüft, der den Buchstabentafeln beim Augenarzt ähnelt.

Während bei den Tetris-Spielern keine Veränderung zu beobachten war, konnten die Actionspieler Buchstaben um etwa zwanzig Prozent besser erkennen. Dieser Effekt zeigte sich nicht nur im zentralen Teil des Gesichtsfeldes, mit dem der Bildschirm beobachtet wird, sondern erstreckte sich bis in die Peripherie, also in einen Bereich, den sie nicht "trainiert" hatten.

Wie die Forscher daraus schließen, verändern Actionspiele die Verarbeitung visueller Reize im Gehirn, etwa um Objekte schneller zu erkennen. Ob die Verbesserung des Sehvermögens von anhaltender Dauer ist, wurde jedoch nicht untersucht.

Bereits vor vier Jahren haben die beiden Wissenschaftler eine ähnliche Studie vorgestellt, in der sie eine Verbesserung der visuellen Aufmerksamkeit bei Computerspielern zeigten. (vs)
07.02.2007

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 07.02.2007

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