Freilegung und Konservierung
© E. Coqueugniot, CNRS, fouille française de Dja’de, ministère français des Affaires étrangères
(Ausschnitt)
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"Es sieht aus wie ein Gemälde von Paul Klee", schwärmt Éric Coqueugniot. Ende September hatte der Forscher mit seinem Team vom Centre National de la Recherche Scientifique eine vier Quadratmeter große bemalte Wand in der neolithischen Siedlung Dja`de el Mughara am Euphrat freigelegt – und die bisher älteste Wandmalerei der Welt entdeckt: schachbrettartig angeordnete rote und schwarze Quadrate auf weißem Grund.

Die Untersuchung mit der Radiokarbon-Methode ergab, dass die Malereien aus dem 9. Jahrtausend v. Chr. stammen und damit 11.000 Jahre alt sind.

Der Rundbau, in dem die Malereien gefunden wurden, gehörte wahrscheinlich zu einem öffentlichen Gebäude der Siedlung. Dieses nutzte die Gemeinschaft für größere Zusammenkünfte und verschiedene Kulthandlungen.

Solche Gemeinschaftsbauten sind auch aus anderen neolithischen Siedlungen am Euphrat bekannt. Bisher konnten aber in keinem Spuren von Malerei nachgewiesen werden. Als älteste Wandmalereien galten bisher die aus Çatalhöyük in der Osttürkei.

Die Ausgrabungen in Dja`de el Mughara waren Anfang der 1990er Jahre anlässlich der Rettungskampagne zur Errichtung des Staudamms von Tichrin am Mittleren Euphrat begonnen worden.

Miriam Müller