Dianameerkatzen (Cercopithecus diana) verstehen nicht nur Alarmrufe ihrer Artgenossen, sondern auch die analogen Laute einer anderen in ihrem Gebiet lebenden Art. Zu diesem Schluss kommt ein Team um Camille Coye von der Université de Rennes nach Untersuchungen an zwei Meerkatzenarten in der Elfenbeinküste. Die Arbeitsgruppe zeichnete zwei sehr ähnliche Gefahrenrufe von Campbellmeerkatzen (Cercopithecus campbelli) auf und spielte sie den Dianameerkatzen vor. Genau wie Campbellmeerkatzen reagierten die Dianameerkatzen auf die beiden Rufe unterschiedlich. Das interpretiert Coyes Team dahingehend, dass die Affen die fremden Rufe anhand unterschiedlicher Silben auseinanderhalten und verstehen können.

Die beiden Cercopithecus-Arten aus Westafrika teilen sich einen Lebensraum und leben auch gelegentlich in gemischten Gruppen, in denen sie auf die Laute der jeweils anderen Art reagieren. Unklar war bisher, ob sie die Alarmrufe auch differenzieren. Deswegen spielte die Arbeitsgruppe der Forscherin den Dianameerkatzen zwei Warnrufe der anderen Art vor, die sich in einer Silbe unterscheiden. Einer der Rufe warnt spezifisch vor Leoparden und lässt die Campbellmeerkatzen wachsam und aufgeregt werden, während der allgemeine Alarmruf, der eine Silbe mehr hat, zu einer etwas zurückhaltenderen Reaktion führt. In den Experimenten zeigte sich, dass die Dianameerkatzen auf die Rufe ebenso reagierten – sie erkannten nicht nur beide Alarmrufe, sondern wussten sie auch nach ihrer Bedeutung zu unterscheiden.