Der Brillen- oder Afrikanische Pinguin (Spheniscus demersus) gilt als bedrohte Art, weshalb es auch in zoologischen Gärten ein Zuchtprogramm gibt. Zwei südafrikanischen Tierrechtsaktivisten missfiel jedoch die Haltung der Art in Gefangenschaft. Sie "befreiten" deswegen diese Woche (am 28. September) ein Männchen namens "Buddy" aus seinem Gehege im Bayworld-Marinepark in Port Elizabeth und setzten es anschließend im Indischen Ozean aus. Nach Ansicht der Zooleitung besteht kaum Hoffnung, dass der Pinguin dort dauerhaft überleben kann, da er im Zoo geschlüpft und aufgewachsen ist. Ihm fehlen daher einige für das Überleben in der Wildnis erforderlichen Fähigkeiten, so Dylan Bailey, der Manager des Parks.

Der Verlust von Buddy fiel einen Tag nach dem Diebstahl auf, als die Tierpfleger ihre Pinguine einem Gesundheitscheck unterziehen wollten. Aufzeichnungen von Überwachungskameras zeigten schließlich, wie zwei junge Männer den Vogel aus seinem Gehege schleppten, in den Kofferraum ihres Wagens packten und wenig später ins Meer entließen. Nach einem Aufruf stellten sich die beiden Studenten und offenbarten die Gründe für ihre Tat: Sie wollten damit ein Zeichen setzen, dass Pinguine nicht in Zoos gehörten, so südafrikanische Medien. Die beiden Männer müssen nun mit einer Anklage rechnen.

Für Buddy könnte die Befreiung tödlich enden. Es ist ungewiss, ob der Vogel ausreichend Nahrung fangen kann; zudem fehlen ihm Erfahrungen mit Fressfeinden. Nicht umsonst werden Tiere auf ihre Auswilderung intensiv vorbereitet. Im Park blieb außerdem seine Partnerin zurück, mit der er zusammen gerade zwei Küken aufzog. Eines der Jungtiere ist in der Zwischenzeit verstorben, so der Zoo. Allerdings sei unklar, ob das Verschwinden von Buddy damit ursächlich zusammenhänge. Das Weibchen könne das Nest kaum verlassen, weil sein Partner es nicht mehr ablöst. Die Pfleger müssen daher wohl per Hand eingreifen. Immerhin stand Buddy gut im Futter und könnte zwei Wochen von seinen Fettreserven zehren, bevor es kritisch wird. Mitarbeiter des Parks und Freiwillige halten deshalb entlang der Küste nach einem herrenlosen, markierten Pinguin Ausschau.