Ein neuer Rechneralgorithmus kann Gemälde vergleichen, stilistisch einordnen und den Einfluss verschiedener früherer Vorbilder des Künstlers auf ein Werk beziffern, berichtet das Physics-ArXiv-Blog über eine Vorveröffentlichung. Das selbstlernende Programm schlug sich dabei wacker, als ihm testweise über 1700 Werke von 66 Künstlern vorgelegt wurden, die zwischen dem frühen 15. und dem späten 20. Jahrhundert in 13 definierten Stilrichtungen gemalt hatten.

Zutreffend erkannte es etwa die Zusammenhänge von frühen und späteren Werken des Kubismus oder den kunstgeschichtlich anerkannten Einfluss einzelner Vorbilder auf Adepten – etwa den von Picasso und Braque auf Klimt, von Delacroix auf den Impressionisten Bazille oder von Edvard Munch auf Max Beckmann.

Stilistisch verknüpft: Gemälde von Van Gogh und Miro
© Vincent van Gogh, 1890 / public domain
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"Alter Weinberg mit Bäuerin" (1890) von Vincent Van Gogh. Das Bild ist vom KI-Algorithmus stilsicher dem Bild "Der Bauernhof" von Joan Miro (1922) zugeordnet worden. Menschliche Kunstexperten taten dies längst: Zwar unterscheiden sich beide Gemälde in Stimmung und Bildbehandlung; Sujet und Szenerie ähneln sich aber genug, um auch dem Computer aufzufallen.

Grundlage der Einordnung sind verschiedene Parameter, in die das Kunstwerk von der Maschine zergliedert wird. Dabei geht der Rechner im Prinzip ähnlich vor wie Kunstexperten, die eine Klassifizierung des Kunstwerkes sprachlich fassen, indem sie etwa die Raumbehandlung, den Texturauftrag, Farben und Formen einzeln ansprechen und zudem Dinge wie die Pinselführung oder den historischen Kontext bewerten.