Beim Onlinelexikon Wikipedia herrscht normalerweise das Mehraugenprinzip: Ein Nutzer fügt einen neuen Eintrag hinzu, und andere User auf der ganzen Welt schauen ihn an, monieren Fehler oder ergänzen und verbessern ihn. Das hat natürlich den Nachteil, dass in Anbetracht der enormen Anzahl an Beiträgen Fehler erst nach einer gewissen Zeit auffallen und falsche Informationen manchmal lange Zeit präsent bleiben. Um dieses Problem zu beheben und eingefleischten Wikipediakritikern ein wenig den Wind aus den Segeln zu nehmen, haben chinesische Forscher nun einen Algorithmus entwickelt, der fehlerhafte Einträge in der Onlineenzyklopädie ganz automatisch aufspürt.

Der Algorithmus analysiert einzelne Beiträge und ordnet ihnen entsprechend ihrer Qualität einen bestimmten Rankingwert zu. Dabei funktioniert er ähnlich wie jene Programme, die auch Anbieter von E-Mail-Diensten nutzen, um erwünschte Nachrichten von Spam zu unterscheiden. Insgesamt testeten die Forscher ihre Entwicklung an mehreren hundert Wikipediaeinträgen und stellten dabei fest, dass der Algorithmus die Güte der Beiträge sogar noch besser bewerten konnte als menschliche Nutzer. Spinnt man das System weiter, dann könnten Einträge mit einem schlechten Ranking anschließend automatisch mit einem Hinweis versehen werden, dass sie dringend der Überarbeitung bedürfen, erklären die Entwickler. Besonders gute Beiträge könnten gleichfalls markiert werden, damit sie eben nicht so schnell wieder ergänzt werden und sich die Qualität dadurch wieder verschlechtert.