Der Rotwein-Inhaltsstoff Resveratrol hat einen legendär guten Ruf, seit ihn Mediziner vor Jahren als wirklich gesund eingestuft haben. Tatsächlich kamen aber bald weitere gute Nachrichten für Alkoholfreunde dazu. Denn nicht bestimmte Inhaltsstoffe, sondern der Ethanol selbst könnte in geringer Dosis zum Wohlbefinden beitragen: Womöglich beugt er Demenzerkrankungen vor oder stärkt das Herz. Letzteres wollten Forscher nun noch einmal überprüfen – und kommen zum Schluss, dass dies wohl nur für einige Menschen mit besonderen Genen zutrifft.

Die Wissenschaftler haben dies anhand von zuvor erhobenen Daten überprüft, in denen die Lebensgewohnheiten sowie die Gesundheits- und Genprofile von Freiwilligen aufgeführt waren. Für ihre Zwecke pickten sich die Forscher gut 3500 Fälle heraus und unterteilten die Personen nach gewöhnlichem Alkoholkonsum und späteren Herzproblemen.

Am Ende zeigte sich, dass bei einem Teil der Personen tatsächlich geringfügiger, regelmäßiger Alkoholkonsum (die Forscher reden hier von einem bis zwei Glas Wein pro Abend) positiv gewirkt hat. Ebendiese Untergruppe wies aber auch eine bestimmte genetische Besonderheit auf: Im Gen CETP TaqIB, von dem es die Varianten B1 und B2 gibt, überwog deutlich die B2-Form. Bei allen anderen Personen mit B1 beeinflusste der Alkoholgenuss in keiner Weise die Herzgesundheit. Insgesamt profitieren in der Bevölkerung womöglich nur rund sechs Prozent aller Menschen von der günstigen Kombination, die geringfügigen Alkoholkonsum auch gesund macht, schlussfolgern die Forscher.

Das Gen CETP TaqIB war schon vorher als Faktor bekannt, der das Risiko für Herzprobleme beeinflusst. Tatsächlich schient Alkohol diese Wirkung abschwächen oder verstärken zu können – wie genau, bleibt allerdings noch zu klären.