Tideglusib soll eigentlich Alzheimerpatienten helfen. Ein Team um Vitor Neves vom Kings College London ist nun allerdings noch auf eine überraschende andere Anwendungsmöglichkeit für das Medikament gestoßen: Möglicherweise könnte es unseren Zähnen helfen, sich zumindest teilweise selbst zu reparieren.

Die Forscher testeten das Mittel an Mäusen mit Löchern in den Zähnen. In diese legten sie einen kleinen, biologisch abbaubaren Schwamm, der zuvor mit Tideglusib getränkt worden war. Dann verschlossen sie die Zähne. Als die Forscher mehrere Wochen später wieder einen Blick hineinwarfen, konnten sie feststellen, dass der Schwamm sich vollständig aufgelöst hatte und stattdessen durch neues Dentin ersetzt worden war. Dieses stellt einen großen Teil des Zahns dar und kann sich im Gegensatz zum darüberliegenden Zahnschmelz in einem gewissen Maße von selbst regenerieren. Diese Fähigkeit verstärkte das Alzheimermittel offenbar, indem es Stammzellen in der Pulpa mobilisierte, erläutern die Forscher. Dadurch hatten sich nach sechs Wochen zumindest sämtliche Löcher im Dentin, die etwa auch bei Karies vorkommen können, wieder geschlossen.

Die Wissenschaftler hoffen, dass das Verfahren vielleicht eines Tages die bessere Alternative zu künstlichen Füllungen darstellen könnte, die den Zahn meist anfälliger für künftige Infektionen machen. Dazu müssen sie jedoch erst einmal beweisen, dass das Alzheimermedikament auch die meist wesentlich größeren Löcher in den Zähnen von menschlichen Patienten zu stopfen vermag. Als Nächstes wollen sie es daher an Ratten testen, deren Beißer deutlich ausladender sind als die von Mäusen.