Das Unternehmen Tri Alpha Energy, eine privat finanzierte Fusionsforschungseinrichtung, vermeldet einen angeblichen "Durchbruch" bei einem ungewöhnlichen Verfahren, ein Fusionsplasma auf Dauer einzuschließen. Demnach ist es ihnen gelungen, einen zehn Millionen Grad heißen, bis zu drei Meter langen Plasmatorus aus Bor und Wasserstoff mehr als 15-mal so lange stabil zu halten wie bisher möglich – und das sei erst der Anfang. Ein Aufsichtsratsmitglied des Unternehmens erklärte gegenüber dem Magazin "Science", das Unternehmen könne das Plasma im Prinzip unbegrenzt stabil halten. Allerdings liegen die erreichten Temperaturen noch weit unter den für die Fusion nötigen etwa drei Milliarden Grad. Fachleute sind deswegen skeptisch, ob sich das Prinzip problemlos übertragen lässt.

Tri Alpha verwendet ein Verfahren, das billiger und einfacher ist als die riesigen Magnetspulen von ITER oder die Laser der National Ignition Facility. Das Unternehmen schließt das Plasma mit einem Magnetfeld ein, das dieses selbst erzeugt – das bezeichnet man als field-reversed configuration. Das nötige Feld entsteht dabei durch den Ionenstrom in der torusförmigen Plasmawolke. Genau wie bei anderen Verfahren treten auch hier Instabilitäten auf, so dass man das Plasma bisher nicht länger als etwa drei zehntel Millisekunden einschließen konnte. Tri Alpha Energies, das seinen Namen der Fusionsreaktion von Helium zu Kohlenstoff entlehnt hat, vermeldete nun eine Lebensdauer von fünf Millisekunden, ohne Anzeichen eines Plasmazerfalls. Der Trick ist nach Angaben des Physikers Norman Rostoker, das Plasma mit einer Hülle aus energiereichen Teilchen zu stabilisieren. Nun baut Tri Alpha das erfolgreiche Gerät ab – und ersetzt es durch eine Maschine, die zehnmal höhere Temperaturen erreichen soll.