Unsere Kultur gründet darauf, dass wir von anderen lernen und erworbenes Wissen weitergeben. Auch wilde Grünmeerkatzen setzen offenbar auf soziales Lernen und passen sich den Regeln ihrer Gruppe an.

Andrew Whiten von der schottischen University of St Andrews und seine Kollegen boten in Südafrika frei lebenden Äthiopischen Grünmeerkatzen (Chlorocebus aethiops) blau und rosa gefärbten Mais an, wobei letzterer allerdings bitter schmeckte. Nach einiger Zeit hatten die Tiere gelernt, die ungenießbare Sorte zu meiden und vertilgten nur noch den blauen. Anderen Gruppen brachten die Forscher dagegen bei, das rosa Futter vorzuziehen.

Affenhorde
© Erica van de Waal
(Ausschnitt)
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Die Affengruppe hat gelernt, dass nur der rosa Mais gut schmeckt, und ignoriert den grünen.

Vier Monate später kredenzten sie den Primaten erneut beide Maisalternativen – nur diesmal unterschieden sie sich geschmacklich nicht voneinander. Die Grünmeerkatzen griffen aber weiterhin zu der vorher für gut befundenen Farbe. Neugeborene Affenjunge beobachteten ihre Mütter und taten es ihnen gleich.

Einige junge Männchen stießen dann während der Paarungszeit auf Brautschau zu einer Affenhorde, welche die andere Futterfarbe bevorzugte. Alle bis auf einen passten sich der neuen sozialen Norm an!

Affen handeln also offenbar konformistisch und übernehmen die Gewohnheiten ihrer Umgebung. Solches soziales Lernen kann erklären, warum Tiere sich von Region zu Region unterschiedlich verhalten. Kulturelle Traditionen gibt es somit nicht nur beim Menschen.

Soziales Lernen
© Erica van de Waal
(Ausschnitt)
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Der Affennachwuchs beobachtet die Wahl der Mütter und bedient sich dann ebenfalls nur am rosa Futter.