Sie sollen sexuell attraktiver und potenzielle Partner schwach machen: Pheromone gelten manchen Parfümherstellern als verkaufsfördernder Zusatz für paarungswillige Menschen. Doch während es für das Tierreich mannigfaltig belegt ist, dass die chemischen Botenstoffe Männchen anlocken, ist ihre Wirkung auf Menschen weitgehend ungeklärt – schließlich kennt die Wissenschaft bei uns noch keinen Rezeptor, an dem Pheromone andocken und ihre Wirkung entfalten könnten. Forscher um Leigh Simmons von der University of Western Australia in Crawley bestätigen diese Skepsis zumindest für die beiden Stoffe Estratetraenol (EST) und Androstadienon (AND). Sie werden vielfach relativ teuren Parfüms zugesetzt und sollen laut Werbung die Anziehungskraft von Frauen und Männern steigern.

Simmons und Co testeten dies jedoch erfolglos an 94 heterosexuellen Frauen und Männern. Im ersten Versuch sollten die Teilnehmer aus männlichen und weiblichen Computerbildern erzeugte geschlechtsneutrale Gesichter einem bestimmten Geschlecht zuweisen. Danach mussten sie Gesichter nach Attraktivität ordnen und angeben, ob sie der jeweiligen Person einen Seitensprung zutrauten. Mit oder ohne Einsatz von EST und AND blieb das Ergebnis allerdings gleich: Sie hatten keine messbare Auswirkung auf das Ergebnis. Die Wirksamkeit der beiden Pheromone auf Frauen und Männer sei nicht nachweisbar, so die Forscher, auch wenn ältere Studien das Gegenteil behaupten würden. Diese stammten aber meist aus den Labors der Produzenten selbst – was sie ohnehin schon zweifelhaft macht. Zumindest EST und AND seien deshalb bei Menschen völlig unbrauchbare Pheromone, schließen Simmons und sein Team.