Bei Versuchen an Mäusen fand eine schwedische Forschergruppe Indizien dafür, dass Antioxidanzien bei Hautkrebs von Mäusen schneller Tochtergeschwulste bilden lassen. Wie das Team um Martin Bergö von der Universität Göteborg berichtet, zeigten gentechnisch veränderte Mäuse, die spontan derartige Tumoren entwickeln, bei der Gabe des Antioxidans N-Acetylcystein doppelt so oft Metastasen in den Lymphknoten. Weitere Versuche mit menschlichen Krebszellen in Zellkultur bestätigten die Werte für dieses und ein anderes Antioxidans. Die Ergebnisse müssen allerdings noch am Menschen bestätigt werden, um weiter reichende Schlüsse zu ziehen, warnt Bergö.

Die Daten decken sich mit früheren Ergebnissen des Forscherteams und geben Hinweise darauf, weshalb Antioxidanzien in Studien manchmal sogar Krebs zu fördern scheinen. Zuvor bereits hatten die Forscher Indizien gefunden, dass Antioxidanzien Lungentumoren schneller wachsen lassen. Möglicherweise liegt der Hintergrund dieser Befunde in einem Protein des Zellskeletts: Antioxidanzien aktivieren, wie Bergös Arbeitsgruppe nun feststellte, das regulierende Enzym RHOA, das eine wichtige Rolle bei dynamischen Prozessen im Zellskelett spielt. Zum Beispiel eben auch, wenn sich eine Zelle fortbewegt. Obwohl die meisten Befunde noch vorläufig sind, mahnen die Wissenschaftler zur Zurückhaltung bei Antioxidanzien – besonders Krebspatienten sollten Vorsicht walten lassen.