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Medikamentenverschreibung: Aspirin als Medikament bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Medikamente
Risikogruppen, die einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erleiden könnten, wird zu selten das verhältnismäßig günstige Aspirin anstelle des teuren Statin verschrieben. Dies geben Randall Stafford und seine Mitarbeiter von der Stanford-Universität zu bedenken.

Das Forscherteam verglich die Daten zweier landesweiter Studien zum Verschreibungsverhalten bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen von amerikanischen Ärzten zwischen 1993 und 2003. Sie stellten fest, dass Mediziner das teurere Präparat Statin bevorzugen. Die Forscher vermuten, dies könne möglicherweise an der besseren Vermarktung des neueren Medikamentes liegen. Weniger als einem Drittel der stark gefährdeten Patienten erhielten Aspirin, obwohl es bei gleichen Heilungschancen weitaus günstiger ist.

Die Wissenschaftler verweisen auf Studien, wonach das rezeptfrei erhältliche Medikament in gleichem Maße wie teurere Produkte wirkt: Eine tägliche Dosis von 75 bis 325 Milligramm Aspirin senke das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall zwischen fünfzehn und vierzig Prozent. Trotz der möglichen Nebenwirkungen, wie beispielsweise gastrointestinalen Blutungen bei bis zu 4,5 Prozent der Behandelten, empfehle sich der Einsatz bei Risikogruppen, so die Forscher. Sie werfen den Ärzten vor, nicht die gesamte Bandbreite an Medikamenten einzusetzen [1].

In einer weiteren Studie findet Jeffrey Berger von der Duke-Universität Hinweise auf eine geschlechterspezifische Wirksamkeit von Aspirin. Seinen statistischen Auswertungen zufolge scheint der Wirkstoff nur bei Frauen das Risiko eines Schlaganfalls zu senken. Die zugrundeliegenden Mechanismen seien aber noch unbekannt [2].

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