Der Asteroid (3122) Florence hielt bei seinem nahen Vorbeiflug an der Erde am 1. September 2017 eine besondere Überraschung für die Fachwelt bereit. Wie die Teams der Radioteleskope von Arecibo auf Puerto Rico und von Goldstone in Kalifornien feststellten, hat Florence zwei kleine Monde mit Durchmessern zwischen 100 und 300 Metern.

Auf den dabei erstellten Radarkarten zeigt sich Florence als ein rundlicher Himmelskörper mit einem Durchmesser von 4,5 Kilometern. Die Umlaufzeiten seiner Trabanten sind noch nicht genau bestimmt, dürften aber etwa acht Stunden für den inneren Mond und zwischen 22 und 27 Stunden für den äußeren Mond betragen. Damit ist Florence erst das dritte Objekt unter den derzeit bekannten mehr als 16 400 erdnahen Asteroiden, das von zwei Monden begleitet wird.

Asteroid (3122) Florence auf einer Radarkarte am 1. September 2017
© NASA/JPL
(Ausschnitt)
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Der erdnahe, rund 4,5 Kilo­meter große Asteroid (3122) Florence wird von zwei kleinen Monden begleitet, die Durchmesser von 100 bis 300 Metern aufweisen. Die Radarkarte nahm die 70-Meter-Antenne der NASA in Goldstone am 1. September 2017 auf.

Auf dem Hauptkörper selbst lassen sich auf der Oberfläche ein Bergrücken längs des Äquators mindestens ein großer Krater und zwei große, flache Regionen erkennen. Anhand der Radardaten wurde auch die rasche Rotation von Florence mit einer Periode von nur 2,4 Stunden bestätigt.

Entdeckt wurde der Asteroid (3122) Florence im Jahr 1981 vom australischen Siding Spring Observatory vom Astro­nomen Schelte John Bus. Er benannte den kleinen Himmelskörper nach der britischen Krankenschwester Florence Nightingale (1820-1910), auf welche die moderne Krankenpflege in Krankenhäusern zurückgeht. Der Asteroid bewegt sich auf einer stark elliptischen Bahn um die Sonne und ist dabei um 22 Grad gegen die Erdbahnebene geneigt. Für einen Sonnenumlauf benötigt er 2,37 Jahre.

Er wird zu den potenziell gefährlichen Asteroiden gerechnet, die eines Tages auf der Erde einschlagen könnten. Die nächste dichte Annäherung von Florence erfolgt am 2. September 2057, dann aber für lange Zeit nicht mehr. Somit stellt der Asteroid auch auf lange Sicht erst einmal keine Gefahr für die Erde dar.