Perseiden-Radiant
© SuW-Grafik / Ernst E. von Voigt
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Der bekannteste Meteorstrom des Jahres, die Perseiden, wird in diesem Jahr nicht zu den "Highlights" gehören, da der Vollmond am 13. August leider genau mit dem Maximum zusammenfällt. Die höchsten Perseiden-Raten sind in den Morgenstunden des 13. August zu erwarten. Etwa 20 bis 40 Meteore sollten sich in der letzten Nachtstunde bei guten Bedingungen beobachten lassen.

Günstig sind Gebirgsstandorte, wo das Streulicht des Mondes deutlich geringer ist und die Grenzgröße weniger verschlechtert. Es empfiehlt sich ein Blickfeld nach Norden. Allerdings treten die Perseiden-Meteore nicht nur zum Maximum am 13. August auf, schon einige Tage davor und danach lassen sich häufig Sternschnuppen beobachten, die Aktivität ist also deutlich erhöht. Nutzen Sie also in den nächsten Tagen jede klare Nacht, um Sternschnuppen zu sichten. Grundsätzlich ist die beste Beobachtungszeit für Meteorströme zwischen 22 Uhr abends und vier Uhr morgens, da wir uns durch die Erdrotation dann in die Fahrtrichtung unseres Planeten drehen und sich die Sternschnuppen frontal auf uns zu bewegen.

So imposant manche der Sternschnuppen auch aussehen können, sind ihre Verursacher doch winzig klein. Schon ein Sandkorn kann eine helle Spur am Himmel ziehen, wenn es mit rund 60 Kilometer pro Sekunde in die Erdatmosphäre eintritt und durch die enorme Reibungshitze verglüht. Ein zentimetergroßes Objekt wird schon richtig grell und ein Objekt von Fußballgröße erzeugt einen Feuerball, der für Sekundenbruchteile heller als der Mond leuchten kann.

Die Sternschnuppen der Perseiden werden von Partikeln des Kometen Swift-Tuttle verursacht, der die Sonne einmal in 133 Jahren umrundet. Bei jeder dichten Annäherung an das Tagesgestirn verliert der Komet viele tausend Tonnen an Staubpartikeln und größeren Bruchstücken, wenn sich durch die Sonnenhitze der überwiegend aus Wassereis und gefrorenem Kohlendioxid bestehende Kern stark aufheizt. So sublimieren die flüchtigen Stoffe sofort und bilden die typischen Gas- und Staubschweife eines Kometen. Zuletzt war der Komet im Jahr 1992 in Sonnennähe, aber entlang seiner Bahn befinden sich auch die Hinterlassenschaften früherer Sonnenannäherungen, die jetzt mit der Erde kollidieren.

Die Meteore der Perseiden scheinen von einem ganz bestimmten Ort am Sternenhimmel auszugehen, der sich im Sternbild Perseus befindet. Dieser Ausgangspunkt wird Radiant genannt. Sie finden dieses Sternbild ganz leicht, wenn Sie zunächst nach der Kassiopeia, dem "Himmels-W" Ausschau halten, direkt unterhalb liegt der Perseus. Um Perseiden zu sichten, müssen Sie allerdings nicht in den Perseus schauen, sie treten am ganzen Himmel auf.

Auch in diesem Jahr wird die International Meteor Organization wieder eine Livegrafik zur Aktivität der Perseiden schalten, zu der jedermann seine eigenen Beobachtungen beitragen kann. Visuelle Beobachtungen sind wegen ihrer Fülle immer noch die beste Methode, lückenlose Ratenprofile großer Meteorströme zu generieren. Videobeobachtungen sind wegen ihrer viel besseren astrometrischen Genauigkeit ebenfalls von größtem Interesse, leiden jedoch wegen des deutlich kleineren Gesichtsfelds und damit geringeren Gesamtzahl an Meteoren unter größerer statistischer Unsicherheit.

Das notwendige Formular finden Sie hier. Es mag zunächst abschreckend viele Details enthalten. Was dabei wirklich zählt, ist die Angabe der Anzahl von Perseiden und Nicht-Perseiden (im Formular als sporadische geführt) in relativ kurzen Zeitintervallen von maximal 15 Minuten. Neben der Anfangs- und Endzeit in Weltzeit in UT ohne Doppelpunkt wird das Zentrum des Beobachtungsfelds spezifiziert. Hierbei wird die Rektaszension allerdings in Grad angegeben, dabei entspricht 1h 15 Grad, 2h sind 30 Grad und so weiter.

Die Spalte Teff gibt die pausenbereinigte Dauer des effektiv beobachteten Zeitintervalls in Dezimalstunden an. Ohne Unterbrechungen entspricht ein 15-Minuten-Intervall folglich 0,25. Die Spalte F berücksichtigt etwaige Bedeckungen des beobachteten Felds durch Wolken, nicht des gesamten Himmels. Für eine Bedeckung von zehn Prozent ergibt sich ein Korrekturfaktor von F = 1,11, für eine 20-prozentige Bedeckung F = 1,25. Schließlich gehört noch eine Angabe der Grenzhelligkeit dazu, die im Formular in der Spalte Lm eingetragen wird. Und bei den Meteoranzahlen wird nach einer Methode ("M") gefragt; bei rein visuellen Sternschnuppenzählungen tragen Sie hier ein C ein.

Red.