Wissenschaftler haben Bärtierchen wieder zum Leben erweckt, die 1983 in einer Probe antarktischen Mooses eingefroren worden waren. Zwar dauerte es gut zwei Wochen, bis das Leben in die gefrorenen Tierchen zurückkehrte, aber wie die weitere Beobachtung zeigte, scheint ihnen der Aufenthalt im ewigen Eis der Labortiefkühltruhe nicht weiter geschadet zu haben: Eines von ihnen pflanzte sich mit einem weiteren fort, das als Ei die Zeit seit 1983 überstanden hatte.

Von dem Versuch berichten japanische Forscher um Hiroshi Kanda vom National Institute of Polar Research (NIPR) in Tokio. Die Forscher hatten die Probe bei drei Grad Celsius über 24 Stunden auftauen lassen und dann einen weiteren Tag in Wasser eingeweicht. Dann wählten sie zwei Tierchen der Art Acutuncus antarcticus sowie ein Ei aus und beobachteten deren Wiedererwachen. Ein Tierchen ging nach 20 Tagen ein. Das Experiment fand bereits 2014 statt, die Forscher berichten aber erst jetzt in einer aktuellen Veröffentlichung davon.

Dass die Tiere die lange Zeit bei minus 20 Grad scheinbar unbeschadet überstanden, deutet nach Meinung der Forscher darauf hin, dass in ihnen erstaunlich effektive Reparaturmechanismen tätig sind. Bereits 2015 war eine andere Gruppe zu dem – inzwischen umstrittenen – Ergebnis gekommen, dass Bärtierchen ihre verblüffende Widerstandskraft der Übernahme von DNA-Reparaturwerkzeugen aus Einzellern verdanken.

Die Studie von Kanda und Kollegen ist nicht die erste, für die Bärtierchen aus dem Kälteschlaf erweckt wurde. Der bisherige "Rekord" liege bei neun Jahren in tiefgefrorenem Zustand. Die Bärtierchen hatten ihre Überlebensfähigkeit bereits bei einem Weltraumspaziergang unter Beweis gestellt.