Sich das Rauchen endlich abzugewöhnen, gehört wohl zu den am meisten genannten Neujahrsvorsätzen. Raucher, die ihrer Sucht überdrüssig sind, können wohl bald auf ein neues Hilfsmittel hoffen: Cytisin – ein Alkaloid aus dem Goldregen (Laburnum anagyroides), einer in vielen Teilen Europas gängigen Zierpflanze. In vielen Ländern Osteuropas wird der Stoff schon lange zur Entwöhnung eingesetzt, doch entsprachen klinische Tests, die vor Jahrzehnten in Westeuropa und den USA gemacht wurden, nicht den gängigen Standards, weshalb es hier nie angewendet wurde. Nun haben Natalie Walker von der University of Auckland und ihre Kollegen das Cytisin nochmals neu getestet – mit überwältigendem Erfolg: Von 655 neuen Exrauchern, die das Alkaloid 25 Tage lang einnahmen, hatten 143 auch noch nach sechs Monaten ihr Laster aufgegeben. In der gleich großen Vergleichsgruppe ohne Cytisin-Gabe, aber mit anderen Hilfsmitteln wie Nikotinpflaster hielten dagegen nur 100 Probanden so lange durch. Das Cytisin habe also erfolgreich die Entwöhnung gefördert, so die Mediziner.

Das Alkaloid verhindert, dass sich Nikotin an entsprechend empfängliche Rezeptoren im Belohnungszentrum des Gehirns anlagern und seine Wirkung entfalten kann. Im Verlauf der Behandlung wurde die verabreichte Cytisin-Konzentration langsam reduziert. Verglichen mit anderen Methoden litten die Testpersonen unter Cytisin etwas häufiger an Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Schlafstörungen, doch tauchten diese Probleme stets nur in leichter Form auf – und die meisten der betroffenen Probanden gaben zudem an, dennoch wieder auf Cytisin zu setzen, stünden sie erneut vor der Wahl, so Walker. Und letztlich kostet diese Behandlung auch deutlich weniger als heutige Standardverfahren: Sie kostet weniger als 50 Euro verglichen mit mehreren hundert Euro bei den Nikotinpflastern.