News | 18.02.2005 | Drucken | Teilen

Bilderbuchstart der »Zehn-Tonnen-Ariane«

Der europäische Weg ist frei für die Schwertransporte ins All: Die neue Ariane 5 ECA hat ihren Qualifikationsflug am 12. Februar mit Bravour gemeistert. Nach einem Bilderbuchstart setzte die neueste Version der Esa-Trägerrakete zwei Satelliten im erdnahen Orbit aus, eine weitere Sonde blieb plangemäß an Bord, um Daten über den Jungfernflug zu sammeln.

Spannend blieb es bis zum Schluss: War der Start schon von Freitag auf Samstag verschoben worden, so begann diesmal pünktlich der Countdown ? und wurde dann nur 59 Sekunden vor der geplanten Zündung nochmals ausgesetzt. Offenbar hatte einer der Sensoren im ersten Bodensegment einen Tankdruck außerhalb der erlaubten Werte gemeldet, woraufhin die Techniker zunächst überprüfen mussten, ob der Fehler den Start gefährden könnte. Das enge Zeitfenster von nicht einmal zweieinhalb Stunden gab das Tempo vor. Eine Dreiviertelstunde Bangen für alle Beteiligten ? doch um 22.03 Uhr unserer Zeit, kurz nach sechs Uhr nachmittags am Weltraumbahnhof in Kourou (Französisch-Guayana), erfolgte die Zündung und in einer gleichmäßigen Bahn startete Flug 164 ins All, exakt auf der vorberechneten Route.

Die Erwartungen lagen hoch, denn der erste Versuch im Dezember 2002 eine ECA zu starten, endete in einem Desaster: Die 5,5 Milliarden Euro teure Rakete musste kurz nach dem Start gesprengt werden, weil das Zentraltriebwerk nicht richtig funktioniert hatte. Für mehrere Monate wurden daraufhin sämtliche Arianestarts ausgesetzt.

Die »Zehn-Tonnen-Ariane« soll künftig schwere Lasten ins All befördern und damit vor allem der kommerziellen Raumfahrtnutzung dienen ? beim ersten Start war sie allerdings nur mit etwa acht Tonnen Nutzlast beladen. Sie schließt damit zu den US-Trägersystemen auf: die Boeing Delta-IV Heavy schafft bis zu 13 Tonnen ins geostationäre Orbit. >> Carolin Konermann
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