Er wiegt 1404 Karat und ist schätzungsweise 90 Millionen Euro wert: Bergleute in Sri Lanka haben den größten und schwersten Saphir gefunden, den die Welt bislang kennt, bestätigte das Gemmological Institute of Colombo gegenüber der BBC (hier auch ein Bild). Der bisherige Rekordhalter brachte es auf 1395 Karat. Der anonyme Besitzer des neuen Spitzenreiters benannte ihn "Stern von Adam", weil Adam laut muslimischen Überlieferungen nach seiner Vertreibung aus dem Garten Eden nach Sri Lanka gelangt sein und sich an den Hängen des heutigen Bergs Adam's Peak niedergelassen haben soll. Die Bezeichnung "Stern" leitet sich von einem besonderen optischen Effekt ab: Im Stein sind Rutilnadeln – ein Titandioxid – orientiert eingelagert, so dass diese mehr oder minder gut das Licht sechsstrahlig sternförmig reflektieren.

Saphire sind Varianten des Aluminiumoxids Korund, dem Spuren von Titan und Eisen beigefügt sind – findet sich darin dagegen Chrom, wächst ein Rubin heran. Entdeckt wurde der "Stern von Adam" in der Nähe von Ratnapura südöstlich der Hauptstadt Colombo, einer Region, die seit 2000 Jahren für ihre Edelsteinfunde bekannt ist. Hier wurden die harten und widerständigen Minerale Rubin, Saphir, Granat und andere Edelsteine in einem alten Flussbett abgelagert und von jüngeren Sedimenten überdeckt. Ursprünglich stammen sie jedoch aus dem angrenzenden Hochland, wo ihr Ausgangsgestein abgetragen und von Niederschlägen in die Flussläufe gespült wurde. Granitgesteine aus dieser Region wurden auf ein Alter von zwei Milliarden Jahren datiert; sie entstanden, als sich Magma abkühlte und auskristallisierte. Die Saphire entwickelten sich dabei entweder als Einschlüsse im Granit, als sich darin ein weiteres magmatisches Gestein namens Pegmatit ausbildete, das wiederum Korund als Ausgangsmaterial der Saphire enthält. Womöglich sind die blauen Minerale aber auch jünger und formten sich, als das Gestein vor 500 Millionen Jahren im Verlauf einer Gebirgsbildung unter starken Druck geriet und sich bis auf 900 Grad Celsius aufheizte. In beiden Fällen gingen Druck und Temperatur nur sehr langsam zurück, so dass die Kristalle entsprechend lang wachsen und den riesigen Saphir bilden konnten.