In einem Naturschutzgebiet in Ecuador sind Forscher auf eine neue Froschart gestoßen, deren Vertreter ihre Hautstruktur ihrer Umgebung anpassen können. Katherine Krynak von der Case Western Reserve University und ihr Ehemann entdeckten das erste Exemplar der bis dato unbekannten Spezies Pristimantis mutabilis nachts auf einem moosbewachsenen Blatt im Anden-Nebelwald. Um es sich genauer anzuschauen, fingen sie den kleinen Frosch, den sie auf Grund seiner stacheligen Haut "punk rocker" tauften, mit einem Becher ein. Als Krynak das Tier am nächsten Tag auf eine glatte Plastikunterlage setzte, um es anschließend zu fotografieren, staunte sie nicht schlecht, als von Stacheln keine Spur mehr war: Stattdessen war die Haut des Frosches nun genauso eben wie die Plastikunterlage. "Ich setzte den Frosch zurück in den Becher und legte ein wenig Moos dazu. Schon kamen die Stacheln wieder", berichtet die Forscherin.

Bald stellte sich heraus, dass auch ein naher Verwandter von Pristimantis mutabilis, Pristimantis sobetes, die Fähigkeit besitzt, seine Hautstruktur zu ändern – bloß war das bisher niemandem aufgefallen. Versuche offenbarten, dass die Amphibien für den Wechsel von stachelig zu glatt gerade einmal drei Minuten benötigen. Krynak glaubt, dass die Frösche sich so in ihrer Umwelt bestmöglich tarnen wollen. Diese Erkenntnis, so die Forscherin, könnte auch Konsequenzen für die Art und Weise mit sich bringen, wie Wissenschaftler Spezies identifizieren und beschreiben. In Zukunft müsse man neu entdeckte Exemplare möglicherweise länger beobachten und häufiger fotografieren, um auszuschließen, dass eine Spezies nicht plötzlich doppelt beschrieben wird, weil sie die Oberflächenstruktur ihrer Haut ändern kann.