Die boomende Wirtschaft im Reich der Mitte sorgt für gravierende Umweltprobleme in den Metropolen des Landes. Und gerade die zahlreichen Kohlekraftwerke gelten als Dreckschleudern, die die Luft mit Schadstoffen belasten. Das belegen auch wieder Daten des NASA-Satelliten Aura, der zwischen 2005 – dem Beginn seiner Mission – und 2007 einen starken Anstieg an Stickoxiden und Schwefeldioxid (SO2) im Himmel über China gemessen hat, wie Can Li von der University of Maryland in College Park und seine Kollegen nun mitteilen.

Während dieser Zeit wurden vor allem in Nordchina einige sehr große Kohlekraftwerke errichtet, die entsprechend viele Schadstoffe freisetzten. 2008 änderte sich dies jedoch offensichtlich: Die Menge an Stickoxiden blieb zwar ebenso hoch wie in den Vorjahren, was belegt, dass die Kraftwerke weiterhin in großem Umfang Strom produzierten. Dagegen registrierten die Wissenschaftler deutlich weniger Schwefeldioxid – ein Indiz dafür, dass die Anlagen nachträglich mit Technologien zur Rauchgasentschwefelung ausgerüstet worden waren, die den Luftschadstoff effektiv aus den Abgasen filtern.

SO2 ist einer der Auslöser für sauren Regen und schädigt dadurch Wälder und Gewässer. In größeren Konzentrationen in der Luft – etwa bei Smog – gefährdet es auch die menschliche Gesundheit. Freigesetzt wird das Gas, wenn schwefelhaltige Kohle verbrannt wird, was in China vielerorts der Fall ist. Etwa 70 Prozent des chinesischen Energiebedarfs werden durch Kohlekraftwerke gedeckt – mit entsprechenden Folgen für die Luftqualität. Allein im Jahr 2006 stießen die chinesischen Kohlekraftwerke mehr als 18 Millionen Tonnen Schwefeldioxid aus, dazu kamen weitere Emissionen aus häuslichen Kohleöfen. Um die Luftqualität zu verbessern, steuert die chinesische Regierung mit Produktionsverboten sowie verstärkt mit technischen Maßnahmen gegen. (dl)