Chinas erste Mondlandung: Jadehase Yutu liefert erste wissenschaftliche Ergebnisse

Obwohl sich der Jadehase Yutu wohl nie wieder über den Mondboden bewegen wird, liefern seine Instrumente verwertbare Erkenntnisse über den Landeplatz im Mare Imbrium.
Chinas Mondrover namens Jadehase
© China National Space Administration (CNSA)
(Ausschnitt)

Auf der 45. Lunar and Planetary Science Conference in Texas, die vom 17. bis 21. März 2014 stattfand, präsentierten chinesische Wissenschaftler erste Ergebnisse, die mit dem Mondrover Yutu, dem Jadehasen, gewonnen wurden. Obwohl sich dieser nach Aussagen der Forscher wohl nie wieder bewegen wird, da die Steuerelektronik des Antriebs defekt ist, konnte er dennoch detaillierte Informationen über seinen Landeplatz im Mare Imbrium übermitteln. Yutu hat auch seine dritte Mondnacht überstanden und meldete sich am 10. März 2014 nach dem Sonnenaufgang im Mare Imbrium zurück. Insgesamt hat Yutu etwa 100 bis 110 Meter auf der Mondoberfläche zurückgelegt.

Yutu fährt über die Mondoberfläche
© Chinese Academy of Sciences
(Ausschnitt)
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Die Landesonde Chang'e-3 lichtete den Mondrover am 16. Dezember 2013 ab, nachdem sich das Fahrzeug gerade um seine Hochachse gedreht hatte.

Der Wissenschaftler Le Qiao von der China University of Geosciences in Wuhan berichtete über die Messungen mit dem bodendurchdringenden Radar an Bord von Yutu. Das Gerät sendet relativ langwellige Radiowellen in das Gestein unterhalb des Rovers und fängt Echos auf, die an unterschiedlichen Gesteinsschichten reflektiert werden. Dabei drangen die Radarwellen bis zu 140 Meter tief in den Untergrund ein.

Die Forscher ermittelten aus den Messdaten einen dreilagigen Aufbau der unter Yutu befindlichen Gesteinsschichten. Die oberste Schicht ist etwa zwei bis drei Meter dick und besteht aus lockerem Material mit Gesteinsbrocken. Es ist der Regolith, der durch den ständigen Beschuss der Mondoberfläche durch Meteoriten entsteht. Diese graben durch ihre Einschläge die Oberfläche des Mondes in den obersten Lagen über Milliarden von Jahren hinweg nach und nach um. Darauf folgt eine zwischen 41 und 46 Meter dicke Schicht aus Basalt, der relativ viel Titanoxid enthält. Auf ihn schließt sich bis zum Ende des Messbereichs ein Basalt mit anderer Zusammensetzung an. Diese Ergebnisse belegen mehrere vulkanische Eruptionsphasen, die vor mehr als drei Milliarden Jahren das tiefe Becken des gigantischen Mare Imbrium weitgehend wieder auffüllten. Die dunklen Basalte sind für das bekannte Mondgesicht verantwortlich.

Auch mit dem Active-Particle-X-Ray-Spectrometer (APXS) gelangen Analysen des Mondbodens, Forscher vom Institute of High Energy Physics in Peking konnten erste Ergebnisse präsentieren. Ihnen gelang der Nachweis der Hauptelemente Magnesium, Aluminium, Silizium, Kalium und Kalzium sowie weiterer Spurenstoffe. Allerdings stehen die Auswertungen noch ganz am Anfang.

Ein großer Erfolg für China

Mit der weichen Landung von Chang'e-3 und Yutu im Dezember 2013 ist China ein großer Sprung bei der Erkundung des Mondes gelungen. Auch wenn das Versagen des Antriebs von Yutu natürlich eine herbe Enttäuschung für die beteiligten Forscher ist. Leider können dadurch viele Pläne zur Erkundung des Landeplatzes nicht mehr durchgeführt werden. Allerdings ist schon für nächstes Jahr der Start der Zwillingssonde Chang'e-4 vorgesehen, welche die Arbeiten ihrer Vorgängerin fortsetzen soll.

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