Das gigantische Aufforstungsprogramm, mit dem China die Ausbreitung der Wüsten aufhalten will, ist wohl mindestens zum Teil erfolgreich. Minghong Tan und Xiubin Li von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften kommen in einer Untersuchung zu dem Schluss, dass das "Große Grüne Mauer" genannte Projekt die Intensität von Staubstürmen deutlich reduziert habe. Auch die Vegetation sei in jenen Regionen dichter geworden, mit positiven Folgen für Wasserhaushalt und Bodenqualität. Das Projekt ist Vorbild für ein ähnliches Unternehmen, das den Vormarsch der Sahara in die Sahelzone bremsen soll.

Bei dem seit Mitte der 70er Jahre laufenden Programm wurden bereits Bäume auf einer Fläche entsprechend der von Großbritannien angepflanzt. Die Forscher verglichen zuerst die Vegetation in den Projektgebieten mit jener in vergleichbaren Regionen – ihre Daten zeigen: Wo man zusätzliche Bäume pflanzt, wachsen mehr Bäume. Angesichts der ariden Bedingungen in einiger der Regionen war nicht sicher, ob die Pflanzen überleben würden. Zusätzlich entwickelten sie für ihre Analyse eine Maßzahl für die Intensität von Staubstürmen. Demnach ging die Zahl der Flugstaub-Ereignisse seit den 80er Jahren zurück. Der Rückgang erweist sich als unabhängig von der Anzahl der Stürme, die ungefähr gleich blieb. Das Ergebnis macht Hoffnung, die Ausbreitung von Wüsten mit derartigen Programmen stoppen zu können.