Chinesische Mondsonde: Landesonde Chang'e-3 noch immer aktiv

Chinas erste Mondlandesonde Chang'e-3 ist noch immer aktiv und sendet weiterhin Bilder und Messdaten zur Erde. Chang'e-3 landete im Dezember 2013 auf dem Erdtrabanten und setzte einen Rover mit dem Namen Yutu auf der Oberfläche ab.
Chang'e-3 aus Sicht von Yutu II
© Chinese Academy of Sciences
(Ausschnitt)

Eigentlich hatten die chinesischen Missionskontrolleure darauf gehofft, dass ihre Landesonde Chang'e-3 nach der Landung im Dezember 2013 rund ein Jahr auf der Mondoberfläche durchhalten könnte. Nun hat die Sonde die geplante Lebensdauer bereits um 14 Monate überschritten. Am 20. Februar 2016 wachte sie aus ihrer 28. Mondnacht auf und begann mit der Arbeit. Nach wie vor übermittelt sie Messdaten von der Mondoberfläche, und das mitgeführte astronomische Teleskop beobachtet den Himmel im ultravioletten Wellenlängenbereich. Unbekannt ist dagegen der Status des mitgeführten Rovers Yutu, chinesisch: Jadehase. Er erlitt schon während der zweiten Nacht auf dem Mond im Februar 2014 einen schweren technischen Defekt, der verhinderte, dass der Rover weiter über die Mondoberfläche fahren konnte. Allerdings funkte er noch für lange Zeit Bilder und Messdaten von seinem Standort.

Zu jeder Mondnacht, die rund 14 Tage dauert, wird der solarbetriebene Lander Chang'e-3 in einen Winterschlaf versetzt und zehrt dann von den in seinen Batterien gespeicherten Energievorräten. Sie reichen aus, die Elektronik auf einem gewissen Temperaturniveau zu halten, um technische Defekte zu verhindern. Bislang hat sich dieses Verfahren bewährt, mit 28 Monaten aktivem Betrieb auf der Mondoberfläche gehört Chang'e-3 zu den langlebigsten Landesonden auf dem Erdtrabanten überhaupt. Die nächste chinesische Mondsonde Chang'e-5 könnte im Jahr 2017 starten und möglicherweise schon Mondgestein zur Erde transportieren. Zu diesem Zweck führte die Volksrepublik bereits im Oktober 2014 die Testmission Chang'e-5 T1 durch, welche den Probentransport zur Erde simulierte.

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