Bereits seit Jahrzehnten beobachten Experten der NASA, wie sich die Eismassen in der Arktis entwickeln. Eine neue Animation, für die die NASA die Daten von Bojen, Wetterstationen, Computermodellen und Satelliten zusammengetragen hat, erlaubt es nun, das Wachsen, Schrumpfen und Driften des Meereises von 1984 bis 2016 schrittweise nachzuverfolgen. Dabei fällt nicht nur auf, dass es in den vergangenen 30 Jahren immer weniger geworden ist: Besorgt blicken die Forscher auch auf das Verschwinden jener Massen, die sie als "altes Eis" bezeichnen.

Im September 1984, so zeigen die Daten, erstreckte sich Eis, das fünf Jahre oder älter war, noch über 1,86 Millionen Quadratkilometer. Im September 2016 sind davon gerade einmal 110 000 Quadratkilometer übrig geblieben. Das alte und entsprechend dickere Eis sei Bollwerk und Versicherung der Arktis zugleich, erklärt Walt Meier vom Goddard Space Flight Center der NASA. Während neueres Eis im Sommer wieder schmelze, würden die älteren Eismassen normalerweise nie ganz auftauen. Dass davon nun ebenfalls immer mehr verloren geht, sei vermutlich der Tatsache geschuldet, dass die Blöcke aus altem Eis immer kleiner und isolierter werden. Verlieren wir das alte Eis, wird ein komplett eisfreier Sommer in der Arktis immer wahrscheinlicher, so Meier.