Das häufigste Mineral der Erde kennen echte Steinfreunde bisher unter dem sperrigen Namen Silizium-Perowskit – es dürfte sich der gängigen Theorie zufolge vor allem außerhalb der Reichweite des Geologenhammers weit unterhalb der Erdoberfläche finden lassen – genauer gesagt, in der Übergangszone zum unteren Erdmantel ab etwa 700 Kilometern Tiefe. Jetzt aber konnten Geologen dem tiefen Allerweltsgestein durch einen glücklichen Zufall sogar einen echten Namen geben: Es heißt nun seit Anfang des Monats offiziell "Bridgmanit". Als Namenspatron fungiert der 1946 mit dem Nobelpreis geehrte Physiker Percy Bridgman, heißt es auf dem Blog der American Geophysical Union.

Tenham-Meteorit
© Chemical Engineer / Tenham Meteorit / CC BY-SA 3.0 CC BY-SA
(Ausschnitt)
 Bild vergrößernTenham-Meteorit
Ein Bruchstück des Tenham-Meteoriten, der 1879 in Queensland, Australien niederging. Dieses Trümmerteil ist Natural History Museum in London ausgestellt. Bei Analysen von Tenham-Meteoritenbruchstücken stießen Mineralologen auf unter extremem Druck entstandenes Gestein, das auch im Erdmantel sehr häufig vorkommt: Silizium-Perowskit oder, wie es nun heißt, Bridgmanit.

Hindernis für die Namensgebung war, dass bis dato niemand natürliches Silizium-Perowskit in Händen gehalten hatte – eine Grundvoraussetzung für die Analyse der chemischen Zusammensetzung und Kristallstruktur, die ein Mineral eindeutig kennzeichnen. Nun kam ein Zufall zu Hilfe, wie Scientific American zusammenfasst: Forscher um Chi Ma vom Caltech haben Silizium-Perowskit in den Bruchstücken eines Meteoriten entdeckt, der 1879 in Australien niedergegangen war. Das gab ihnen anschließend die Gelegenheit zur Untersuchung und Taufe des Minerals.