Das häufigste Mineral der Erde kennen echte Steinfreunde bisher unter dem sperrigen Namen Silizium-Perowskit – es dürfte sich der gängigen Theorie zufolge vor allem außerhalb der Reichweite des Geologenhammers weit unterhalb der Erdoberfläche finden lassen – genauer gesagt, in der Übergangszone zum unteren Erdmantel ab etwa 700 Kilometern Tiefe. Jetzt aber konnten Geologen dem tiefen Allerweltsgestein durch einen glücklichen Zufall sogar einen echten Namen geben: Es heißt nun seit Anfang des Monats offiziell "Bridgmanit". Als Namenspatron fungiert der 1946 mit dem Nobelpreis geehrte Physiker Percy Bridgman, heißt es auf dem Blog der American Geophysical Union.

Hindernis für die Namensgebung war, dass bis dato niemand natürliches Silizium-Perowskit in Händen gehalten hatte – eine Grundvoraussetzung für die Analyse der chemischen Zusammensetzung und Kristallstruktur, die ein Mineral eindeutig kennzeichnen. Nun kam ein Zufall zu Hilfe, wie Scientific American zusammenfasst: Forscher um Chi Ma vom Caltech haben Silizium-Perowskit in den Bruchstücken eines Meteoriten entdeckt, der 1879 in Australien niedergegangen war. Das gab ihnen anschließend die Gelegenheit zur Untersuchung und Taufe des Minerals.