Wer kennt nicht die unregelmäßigen, sägenden Geräusche, die ein Schnarcher von sich gibt? Derartiger Lärm macht das Einschlafen für Mitmenschen zur Tortur und raubt so manchem gleich ganz die Nachtruhe. Aber nicht nur die Umwelt ist betroffen, auch der Schnarcher selbst wacht gelegentlich auf. Schlafmangel und Übermüdung ist die Folge. Auch ernsthaftere Nachwirkungen sind möglich: Durch den Verschluss der Atemwege kann es zu einer Unterversorgung mit Sauerstoff kommen, und der Kohlendioxidgehalt im Blut steigt an. Setzt die Atmung häufig aus, sprechen die Mediziner von Schlafapnoe – verschlussbedingter Atempause während des Schlafs.

Übergewicht, Medikamente, Alkohol- und Zigarettenkonsum – all das kann Schnarchen auslösen und begünstigen. Häufig genug tritt das Leiden jedoch spontan auf. Um dem Lärmpegel im Schlafzimmer Einhalt zu gebieten, haben Mediziner bislang durch einen chirurgischen Eingriff den Rachenraum vergrößert, auf dass mehr Luft durch den Engpass strömen kann. Leider sorgt das nur in der Hälfte aller Fälle für Abhilfe. Eine neue Studie zeigt nun, warum das der Fall ist.

Gustavo Juan vom Hospital General Universitario in Valencia und seine Kollegen haben sich bei 25 schlafenden Probanden – davon 17 Schnarcher – angesehen, was sich beim Schnarchen innerhalb des Rachens abspielt. Ganz besonders konzentrierten sich die Mediziner dabei auf den Velopharynx, den Engpass im Rachenraum, der auf gleicher Höhe mit dem weichen Gaumen liegt. Mittels magnetischer Resonanzspektroskopie (MRI) fertigten sie alle 0,8 Sekunden Bilder an; parallel schnitten sie mit Mikrofonen jegliches Schnarchen mit. Bei den Schnarchern stellten die Wissenschaftler fest, dass sich im Schlaf die Öffnung des Velopharynx um bis zu 85 Prozent verkleinerte. Die acht gesunden Schläfer zeigten dagegen lange nicht so eine dramatische Verengung (European Respiratory Journal vom Januar 2001).

Offenbar erschlafft bei Schnarchern das Gewebe im Rachenraum so stark, dass es den Atemweg zustopft. Als Folge reißt die Atmung ab und die Menschen beginnen zu schnarchen. Die Spannung des Rachengewebes ist also äußerst wichtig. Deshalb legt die Studie nach Meinung von Juan auch den Schluss nahe, dass Eingriffe, die nur auf eine größere Öffnung des Velopharynx abzielt, wirkungslos ist.

"Er [Juan] hat absolut recht. Wenn man schon chirurgisch eingreift, sollte man sich auch mit den funktionsmäßigen Änderungen auseinandersetzen – die Art, wie die Muskeln und die Struktur des Rachens arbeiten", äußert sich Harry Holden vom Cromwell Hospital in London.

Die Gruppe um Juan meint, dass sich Forschung nun damit befassen sollte, wie sich der Kollaps des Velopharynx vermeiden ließe und das Gewebe besser zu straffen wäre. Momentan existiert eine Methode, bei der mit Mikrowellenstrahlung das Gewebe gestärkt wird, allerdings fehlen bisher noch längere Erfahrungen damit.

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