Der Golfstrom hat nach Ansicht von Forschern um Richard Seager vom Lamont-Doherty Earth Observatory in New York einen wesentlich geringeren Einfluss auf das europäische Winterwetter als bislang angenommen. Die Forscher haben auf der Basis von Klimadaten der vergangenen 50 Jahre und mithilfe von Computersimulationen den Wärmetransport durch Wind- und Meeresströmungen modelliert und waren so in der Lage, beide Komponenten voneinander getrennt zu betrachten.

Selbst wenn sie den Golfstrom "abschalteten", waren die Winter in Mittel- und Südeuropa im Durchschnitt um 15 Grad wärmer als der Osten Kanadas. Lediglich Skandinavien profitiert demnach von dem Wärmetransport durch Golfstrom. Auch der nördlichen Bereich des Nordatlantiks würde von ihm eisfrei gehalten. Der Wärmetransport nach Europa erfolgt somit vornehmlich durch Winde aus dem Westen, die ihre Energie indes kaum von den warmen Gewässern des Golfstroms beziehen.