Es war die Nacht zum Donnerstag, den 9. April 2009. Das lange Osterwochenende stand vor der Tür. Mitternacht war längst vorbei, und das Gros der Menschen schlief ruhig dem Morgen entgegen. Die Nacht in Österreich war fast wolkenlos. Über den Bergen leuchtete der helle Vollmond schon im Südwesten und ließ selbst die hellsten Sterne blass aussehen. In dieser frühen Stunde geschah etwas Unerwartetes, was die Menschen vor allem in Kärnten sehr beunruhigte.

Gegen 3 Uhr (MESZ) leuchtete ein sehr heller Meteor auf. Der unruhige kalte Lichtschein machte die Nacht für mehrere Sekunden so hell, dass man die Landschaft so gut wie am Tage erkennen konnte. Dagegen war das Mondlicht gelb und warm. Licht und Schatten bewegten sich, denn eine bläuliche Feuerkugel zog hoch oben über das Firmament.

Die wenigen wachen Zeugen waren so überrascht, warum jetzt überhaupt ein so helles Licht auftaucht, und hielten sich auch meist im Haus auf, so dass niemand zurzeit weiß, wo denn genau der Meteor hingezogen ist. Doch die Überraschung war noch größer, als nach der Lichterscheinung plötzlich ein gewaltiges Donnergrollen aufkam. Scheiben sollen vibriert haben. Einige dachten schon an ein Erdbeben. Viele Menschen sind vor allem in Kärnten vom Donnerschlag geweckt worden. Und man konnte ein ungewöhnliches Grollen hören. Es waren tiefe Töne, und der Donner grollte lange nach.

Wenn Sie auch zufällig Zeuge dieses seltenen Himmelsereignisses geworden sind, dann melden Sie sich doch bitte beim European Research Center for Fireballs and Meteorites (ERFM) und geben Sie einen Feuerkugel-Report ab. Die dortigen Spezialisten für Meteor- und Meteoritenkunde möchten den detonierenden Meteor näher untersuchen. Sie sind auf Ihre Aussagen angewiesen.

Bitte informieren Sie sich auf den ERFM-Seiten zur Feuerkugelmeldung und senden Sie Ihren Bericht mit dem Formular auf dieser Seite zu.

Übrigens gab es über viele Jahre hinweg weltweit einige spektakuläre Meteore zu sehen, die Anfang April sogar manchmal einen Meteoritenfall erzeugt haben. So kam es 1959 bei Pribram (CZ) und 2002 bei Neuschwanstein (D) je zu einem Meteoritenfall, nachdem ein großartiger Bolide zu sehen war. Beide Lichterscheinungen sind sogar vom European Fireball Network fotografiert und berechnet worden. Jene Kalkulationen brachten den Hinweis, dass jene Meteoroiden fast auf denselben Umlaufbahnen im Planetensystem unterwegs waren. Durch diese Fakten wurde die Theorie bestärkt, dass es wie bei den Meteorströmen scheinbar auch Ströme gibt, wo wenige, aber metergroße Objekte die Bahn der Erde kreuzen. Gehört etwa der aktuelle detonierende Meteor über Österreich dazu? Er könnte jedenfalls einen Meteoritenfall erzeugt haben.

Thomas Grau, European Research Center for Fireballs and Meteorites (ERFM)