Verringerte Albedo in der Arktis
© NASA Earth Observatory / Jesse Allen
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Seit der Jahrtausendwende absorbiert die Arktis mehr Sonnenstrahlung – statt sie zum größten Teils ins All zu reflektieren. Das belegen Daten der NASA, die mit mehreren Satelliten beobachtet, wie sich das Eis, die Wolkenbedeckung und die Albedo der Region entwickelt. Letzteres beschreibt das Ausmaß der von der Oberfläche reflektierten Strahlung. Seit 2000 nahm die Albedo in der Arktis deutlich ab, und fünf Prozent mehr Strahlung wird während der Sommermonate vom Boden oder Meer aufgenommen und in Wärme umgewandelt. Der Wert klinge nach wenig, so Norman Loeb vom Langley Research Center der NASA, doch müsse man ihn relativ zum restlichen Erdkörper betrachten: Weltweit sei sonst kein vergleichbarer Trend zu beobachten.

Verursacht wird die Veränderung durch den globalen Wandel, der sich in der Arktis schneller vollzieht als in den meisten anderen Regionen der Erde. Das helle Meereis mit seiner hohen Albedo schwindet, stattdessen weiten sich offene und dunkle Wasserflächen aus. Diese reflektieren allerdings weniger Strahlung, was einen starken Rückkopplungseffekt auslöst. Denn je mehr Sonnenstrahlung in Wärme umgewandelt und im Meer gespeichert wird, desto länger dauert es, bis der Ozean im Winter wieder zufriert. Das Eis bleibt dünner und erstreckt sich über kleinere Flächen, so dass langfristig noch mehr Eis noch schneller schmelzen kann – was die Albedo weiter verringert.