Am 11. Februar konnten wir in unseren Breiten beim letzten Vollmond eine eher unscheinbare Halbschatten-Mondfinsternis beobachten. Rund zwei Wochen später, am 26. Februar, ereignet sich nun eine Sonnenfinsternis. Leider ist sie von Europa aus unsichtbar, sie lässt sich nur von Südamerika, dem Südatlantik und dem südlichen Afrika aus beobachten. Es wird auch keine totale Sonnenfinsternis sein, sondern eine ringförmige. Dies liegt daran, dass sich der Mond während der Neumondphase im Februar auf seiner elliptischen Erdumlaufbahn nicht weit von seinem erdfernsten Punkt aufhält. Damit ist sein scheinbarer Durchmesser etwas geringer als derjenige der Sonnenscheibe, so dass er diese nicht vollständig bedecken kann.

Ringförmige Sonnenfinsternis vom 15. Januar 2000
© Michael Seeboerger-Weichselbaum
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Am 15. Januar 2000 fotografierte Michael Seeboerger-Weichselbaum die ringförmige Sonnenfinsternis über den Malediven. Ein ganz ähnlicher Anblick bietet sich Beobachtern in Südamerika und im südlichen Afrika am 26. Februar 2017.
Für weitere Informationen über das Geschehen am Nachthimmel im Februar empfehlen wir Ihnen die monatliche Rubrik "Aktuelles am Himmel", die in jedem Heft von "Sterne und Weltraum" erscheint.

Eine ringförmige Sonnenfinsternis zeigt sich in den bekannten SoFi-Schutzbrillen aus Pappe und Filterfolie zuerst als Sichel und dann als grellweißer Ring. Dieser Feuerring ist umso eindrucksvoller, je schmaler er ausfällt. An das spektakuläre Naturschauspiel einer totalen Sonnenfinsternis reicht ein solches Ereignis jedoch nicht heran: Es wird etwas kühler und das Licht merklich fahler, aber es ist nicht möglich, beispielsweise Protuberanzen oder gar die Korona zu sehen. Der unbedeckte Rest der Sonne ist viel zu hell, als dass man das Ereignis mit bloßem Auge beobachten könnte – Schutzfilter sind für die Beobachtung zwingend nötig. Die Sonnenfinsternis beginnt über Südchile und Argentinien ab etwa 14:30 Uhr Ortszeit; in Angola, Sambia und der Demokratischen Republik Kongo wird sie von etwa 17:20 bis 17:30 Uhr kurz vor Sonnenuntergang zu sehen sein.

Verlauf der ringförmigen Sonnenfinsternis vom 26. Februar 2017 (Übersichtsgrafik)
© Fred Espenak / NASA GSFC / SuW-Grafik
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Die Sonnenfinsternis vom 26. Februar 2017 ist ringförmig in einem schmalen Streifen zu beobachten, der vom Süden Südamerikas in das südliche Afrika führt. Außerhalb davon wird die Sonne nur teilweise vom Mond bedeckt; die Finsternis ist partiell. Die Prozentangaben geben den Bedeckungsgrad der Verfinsterung an.

Derzeit zeigt sich wieder ein Komet am Himmel, sein Name ist 2P/Encke. Er befindet sich im Sternbild Fische, nicht weit entfernt von Mars und Venus. Allerdings geht der Schweifstern kurz vor der Venus im Westen unter und ist deshalb etwas schwierig zu beobachten. Mit einer Helligkeit von rund neun mag ist er auch kein sehr helles Objekt. Allerdings sollte er sich bei freier Sicht zum Horizont schon in kleineren Teleskopen sichten lassen.

Aufsuchkarte für 2P/Encke, Venus, Mars und Uranus
© Tobias Häusler / Easy Sky
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 Bild vergrößernAufsuchkarte für 2P/Encke, Venus, Mars und Uranus
Der kurzperiodische Komet 2P/Encke hält sich im Februar im Sternbild Fische auf. Er befindet sich nicht weit südlich von Venus und ist etwa neun mag hell. Am 26. Februar trennen Mars und Uranus nur etwa eine Vollmondbreite (oberer Bildrand).

Am 26. Februar begegnen sich die Planeten Mars und Uranus am Himmel, und ihr Abstand beträgt dann nur etwa ein halbes Grad beziehungsweise eine Vollmondbreite. Somit sind sie bei kleiner Vergrößerung und im Fernglas im gleichen Gesichtsfeld zu sehen. Der scheinbar geringe Abstand kommt jedoch nur durch die Perspektive zu Stande: In Wirklichkeit trennen die beiden Himmelskörper fast 2,8 Milliarden Kilometer voneinander.

Übersichtsbild des Leo-Tripletts im Sternbild Löwe
© Tobias Häusler
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Am 1. Mai 2015 konnte Tobias Häusler von Füssen aus dieses Bild des Leo-Tripletts im Sternbild Löwe aufnehmen. Es besteht aus den Galaxien Messier 65 (unten), Messier 66 (nahe der Bildmitte) und der annähernd in Kantenstellung befindlichen NGC 3628 (links oberhalb von M 65 und M 66).

Im Frühjahr bricht die Zeit der Galaxien am Nachthimmel an. Eine der schönsten Gruppen findet man im Sternbild Löwe, das so genannte Leo-Triplett. Es besteht aus den Galaxien Messier 65, Messier 66 und NGC 3628. Die Gruppe lässt sich recht einfach auf halber Strecke zwischen den beiden unteren Sternen Theta Leonis, auch Coxa genannt, und Iota Leonis finden. Die beiden Galaxien Messier 65 und 66 sind in einem Teleskop mit 100 Millimeter Öffnung schon deutlich zu sehen. NGC 3628 ist größer als die beiden anderen Welteninseln, jedoch um einiges leuchtschwächer. Bei gleicher Teleskopöffnung ist sie gerade so zu erkennen. Die Galaxie befindet sich zu uns in Kantenlage und wird längs durch ein dunkles Staubband geteilt. Je größer die Teleskopöffnung, desto mehr Details kann man hier erkennen. Das Leo-Triplett ist aber nur die bekannteste Galaxiengruppe im Löwen. Es gibt noch viele andere Galaxien in diesem Bereich des Himmels, und die größte Show – die Galaxienhaufen – steht uns im Frühling bevor …

Aufsuchkarte für das Leo-Triplett im Sternbild Löwe
© Tobias Häusler / Easy Sky
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 Bild vergrößernAufsuchkarte für das Leo-Triplett
An den Hinterläufen der mythologischen Löwenfigur befindet sich das Leo-Triplett, eine Ansammlung aus den Galaxien Messier 65 und 66 sowie NGC 3628.