In der ersten Hälfte des Aprils nimmt der Mond weiter zu und ist am Abend besonders gut zu sehen. In der zweiten Nachthälfte vom 6. auf den 7. April ist der Lichteffekt des Goldenen Henkels wieder zu sehen sein. Der Vollmond zieht danach am 11. April am Riesenplaneten Jupiter vorbei. Besonders die Objekte entlang der Ekliptik, der scheinbaren Bahn der Sonne am Himmel, sind gut zu beobachten.

Übersichtskarte entlang der Ekliptik
© Tobias Häusler / Stellarium
(Ausschnitt)
 Bild vergrößernEntlang der Ekliptik
Entlang der Ekliptik, der scheinbaren Bahn der Sonne am Himmel (orangefarbene Linie), lässt sich eine Vielzahl von interessanten Objekten in der ersten Aprilhälfte beobachten. Darunter unter anderem die Planeten Mars und Jupiter.

Dazu gehört der kleine Planet Merkur. Er erreicht zu Monatsanfang den größten Winkelabstand zur Sonne und ist in der ersten Aprilwoche am besten zu sehen. Merkur befindet sich allerdings nahe bei der Sonne, das Beobachtungsfenster ist daher kurz. Man findet ihn am frühen Abend nach Sonnenuntergang knapp über dem westlichen Horizont, etwa eine Stunde lang zwischen 20:30 und 21:30 Uhr MESZ. Merkur erscheint im Teleskop bei ruhiger Luft wie ein kleiner Halbmond, ähnlich wie die Venus, nur noch um einiges kleiner. Mit normalen Amateurteleskopen lassen sich keine Details auf der Oberfläche ausmachen. Dies liegt unter anderem daran, dass sein Licht die dicken Luftschichten nahe zum Horizont durchqueren muss und so die Luftunruhe das Bild verwischt. Daher enthielten auch die Karten der professionellen Planetenbeobachter vor Ankunft der ersten Raumsonde Mariner 10 im Jahr 1974 kaum echte Details. Erst mit der US-Raumsonde Messenger wurde der sonnennächste Planet in den Jahren 2011 bis 2015 vollständig erfasst.

Planeten über dem Westhorizont
© Tobias Häusler / Easy Sky
(Ausschnitt)
 Bild vergrößernPlaneten über dem Westhorizont
In der ersten Aprilhälfte lassen sich am frühen Abend am westlichen Horizont die Planeten Merkur und Mars sichten. Die orangefarbene Linie gibt die Lage des Horizonts an, die Sonne ist zu dieser Zeit bereits untergegangen. Uranus steht für eine Beobachtung nach Sonnenuntergang zu nahe am Horizont.
Für weitere Informationen über das Geschehen am Nachthimmel im April empfehlen wir Ihnen die monatliche Rubrik "Aktuelles am Himmel", die in jedem Heft von "Sterne und Weltraum" erscheint.

Ein kleines Stück weiter entlang der Ekliptik stoßen wir auf den Mars. Der Rote Planet befindet sich aktuell im Sternbild Widder. Details der Marsoberfläche zu entdecken, wird ebenfalls sehr schwierig, da sich die Erde weit von ihm entfernt hat. Bald wird er hinter der Sonne verschwinden, um auf der anderen Seite wieder aufzutauchen. Mit größeren Teleskopen sollte es jedoch gelingen, hellere und dunklere Gebiete auszumachen. Als kleines Bonbon befindet sich direkt neben dem Mars der Zwergplanet (1) Ceres. Der etwa 950 Kilometer große Himmelskörper ist fast doppelt so weit wie Mars von uns entfernt und viel leuchtschwächer. Aber Ceres ist mit Abstand das größte und massereichste Objekt im Asteroidengürtel zwischen den Bahnen von Mars und Jupiter und gehört dort zu den hellsten Objekten. Allerdings erscheint Ceres auch in den größten Amateurteleskopen nur als ein kleiner, sternartiger Punkt.

Mars bei Ceres im Sternbild Widder
© Tobias Häusler / Easy Sky
(Ausschnitt)
 Bild vergrößernMars bei Ceres
Im Sternbild Widder lässt sich in der ersten Aprilhälfte der Zwergplanet (1) Ceres recht nahe zum Roten Planeten Mars beobachten, der als Aufsuchhilfe dienen kann.

Weiter entlang der Ekliptik treffen wir im Sternbild Stier auf die offenen Sternhaufen der Plejaden und Hyaden mit dem rötlichen Aldebaran. Sie sind perfekte Objekte für die Beobachtung mit dem Fernglas. Fast genau auf der Linie liegen auch die offenen Sternhaufen Messier 35 am Fuß des Sternbilds Zwillinge und Messier 44 im Herzen des Sternbilds Krebs. Bei Objekte sehen im Fernglas sehr schön aus, sogar in einem kleinen Teleskop mit niedriger Vergrößerung. Danach kommen wir an Regulus, dem Hauptstern des Löwen, vorbei und treffen schließlich auf Jupiter im Sternbild Jungfrau.

Der Komet 41P/Tuttle-Giacobini-Kresák
© Norbert Mrozek
(Ausschnitt)
 Bild vergrößernDer Komet 41P/Tuttle-Giacobini-Kresák
Norbert Mrozek fotografierte am 22. März 2017 den Kometen 41P/Tuttle-Giacobini-Kresák (grünlicher Fleck rechts) zusammen mit dem Eulennebel Messier 97 (runder blauer Fleck links) und der Galaxie Messier 108 (links oben).

Im April lässt sich wieder ein Komet am Himmel mit dem Fernglas sichten. Sein Name ist 41P/Tuttle-Giacobini-Kresák. Er zieht gerade zwischen dem Großen und dem Kleinen Bären durch das Sternbild Drache. Mit einer Helligkeit von etwas mehr als 7 mag zeigt er sich als kleiner Nebelfleck. Der Komet erreicht Anfang April mit 0,142 Astronomischen Einheiten seine größte Annäherung zur Erde. Das entspricht etwa dem 55-Fachen der Entfernung Erde-Mond. 41P überholt die Erde und wird dann laut Vorhersage ziemlich rasch wieder leuchtschwächer.

Der Eskimonebel NGC 2392
© Michael Deger
(Ausschnitt)
 Bild vergrößernDer Eskimonebel NGC 2392
Michael Deger richtete am 22. Februar 2014 sein Teleskop auf den Planetarischen Nebel NGC 2392, der nach seinem Erscheinungsbild auch den Spitznamen Eskimonebel trägt.

Entlang der Ekliptik ist auch der Eskimonebel NGC 2392 zu finden. Er liegt im Sternbild Zwillinge neben dem Stern Wasat oder Delta Gemini auf der Seite von Pollux. Der Eskimonebel ist ein kleiner Planetarischer Nebel, der seinen Namen seiner Erscheinung verdankt. In einem größeren Amateurteleskop sieht er ein wenig wie ein Kopf mit dicker Kapuze aus. Der Zentralstern ist dabei aber nicht zu sehen oder zumindest nicht auffällig. Ein OIII-Filter ist bei der Beobachtung bei störendem Mond oder anderen Lichtquellen sehr hilfreich.

Aufsuchkarte für den Eskimonebel NGC 2392
© Tobias Häusler / Easy Sky
(Ausschnitt)
 Bild vergrößernAufsuchkarte für den Eskimonebel NGC 2392
Im Sternbild Zwillinge lässt sich nicht weit vom Stern Wasat entfernt, der Eskimonebel NGC 2392 beobachten. Der Planetarische Nebel erhielt seinen Namen nach seinem Erscheinungsbild in kleineren Teleskopen, wo er an ein Gesicht mit dicker Fellkapuze erinnert.