ASASSN-15lh – so heißt die wohl hellste Supernova, die jemals entdeckt wurde. Ein internationales Team aus Astronomen mit Hauptsitz an der Ohio State University beobachtet diese Supernova seit ihrer ersten Sichtung im Juni 2015. Jetzt veröffentlichte es seine Erkenntnisse über den 3,8 Milliarden Lichtjahre entfernten Ball aus heißem Gas, der das Ableben eines Sterns anzeigt. Wenn es sich tatsächlich um eine Supernova handelt, wie die Forscher vermuten, übertrifft sie alle bis dato beobachteten Sternentode. Die Gaskugel strahlt eine Energie ab, die Hunderte von Milliarden Sonnen entspricht. Die Supernova wäre damit etwa doppelt so intensiv wie die hellste zuvor beobachtete.

Erst seit den letzten beiden Jahrzehnten weiß man überhaupt um solche außerordentlich gewaltigen Sternenexplosionen. Zuvor waren lediglich Supernovae bekannt, die etwa 100- bis 1000-fach weniger Energie abgeben. Bei den superhellen Versionen vermuten Astronomen, dass die enorme Energie von einem so genannten Magnetar im Zentrum herrührt. Gemäß der Theorie entstehen solche unglaublich verdichteten Neutronensterne mit einem Durchmesser von nur 10 bis 20 Kilometer im Zuge der Supernova. Sie rotieren in der Mitte der Gaskugel und rufen ein extrem starkes, sich drehendes Magnetfeld hervor. Letzteres erzeugt einen magnetischen Spin, von dem Astronomen vermuten, dass er die Energie der Explosion verstärkt und eine superhelle Supernova ermöglicht.

Auch im Zentrum von ASASSN-15lh erspähten die Wissenschaftler einen Magnetar. Gleichwohl sind sie nicht sicher, wie er die Energie der Explosion im beobachteten Ausmaß verstärkt: "Um so hell zu leuchten, müsste der Magnetar sich mindestens 1000-mal pro Sekunde drehen und seine gesamte Rotationsenergie in Licht umwandeln", erläutert der Professor für Astronomie an der Ohio State University Todd Thompson. Und Subo Dong, Leiter der Studie und Professor an der Peking University, gesteht: "Derzeit ist die ehrliche Antwort, dass wir nicht wissen, was die Energiequelle für ASASSN-15lh sein könnte." Man müsse also überdenken, was man bisher über Magnetare und die Entstehung von solch gewaltigen Supernovae glaubte zu wissen.