Aus Gehirn und Geist 5/2013 <br><a href="http://www.spektrum.de/artikel/1065440" target="_blank">Kostenloses Probeheft</a>
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Horst und Albert waren sich gleich sympathisch. Als sie sich 1952 das erste Mal begegneten, waren sie 16 und 19 Jahre alt und wohnten im selben Dorf im Thüringer Wald. Aus den anfangs zufälligen Treffen wurden bald feste Verabredungen: Sie spielten gemeinsam Fußball, gingen Schi laufen und schwangen samstags im Kulturzentrum das Tanzbein. Es war der Beginn einer Freundschaft, die inzwischen seit mehr als 60 Jahren andauert.

Seit jeher tun sich Forscher mit einer Definition von Freundschaft schwer. Sie verstehen darunter eine freiwillige, persönliche Beziehung, die auf gegenseitiger Sympathie, Vertrauen und Unterstützung beruht, nicht aber auf Verwandtschaft oder einem sexuellen Verhältnis. Trotzdem kann die Verbindung ebenso intim und vertraut sein wie die mit dem Partner oder mit Geschwistern. Es gibt sie in den unterschiedlichsten Spielarten: Sandkastenfreundschaften, Sportkameraden, Geschäfts- und Studienfreunde.

Die Sozialpsychologin Beverly Fehr von der kanadischen University of Winnipeg untersucht seit den 1990er Jahren, wie Freundschaften entstehen und wie sie sich entwickeln. "Wenn sich zwei Menschen das erste Mal treffen, geben sie zunächst nur wenig Persönliches über sich preis", sagt Fehr. Wer gegen diese Norm verstößt, wirke auf andere eher befremdlich. Verläuft der erste Austausch angenehm, offenbart man allmählich mehr über sich. "In den frühen Stadien der Freundschaft ist entscheidend, dass die Selbstoffenbarung erwidert wird." Nur wenn beide ein gewisses Risiko eingehen, entwickelt sich Vertrauen.

Doch damit ein solcher Austausch überhaupt in Gang kommt, bedarf es zunächst einer passenden Gelegenheit. Ob sich zwei Menschen anfreunden, lasse sich daher aus ganz profanen Umständen vorhersagen, so Fehr weiter. Die erste Requisite für das Drehbuch der Freundschaft ist räumliche Nähe. Zahlreiche Studien kamen zu dem ernüchternden Ergebnis, dass es nicht zuletzt vom Zufall abhängt, wer eines Tages zu unserem Freundeskreis zählen wird und wer nicht: der Nachbar zwei Türen weiter, die Kollegin am Schreibtisch gegenüber und der Kommilitone, neben dem wir am ersten Vorlesungstag saßen.

Je häufiger wir einen flüchtig bekannten Menschen sehen, desto sympathischer wird er uns – sofern es sich nicht gerade um Antipathie auf den ersten Blick handelt. Die zweite Requisite ist deshalb die Kontakthäufigkeit. Psychologen erklären sich diesen so genannten Mere-Exposure-Effekt (deutsch: Effekt der bloßen Exposition) so: Was wir gut kennen, kann unser Gehirn leichter verarbeiten, und so empfinden wir Vertrautes als belohnend. Die Basis für eine neue Freundschaft ist dann schon gelegt – ohne dass wir aktiv etwas dafür tun mussten.

Eine weitere Rahmenbedingung können wir selbst beeinflussen: unser "Freundschaftsbudget". Nehmen wir uns überhaupt die Zeit, eine neue Bekanntschaft zu vertiefen? Eine Reihe von persönlichen Eigenschaften spielt bei dieser Entscheidung eine Rolle, darunter vor allem die körperliche Attraktivität und die soziale Kompetenz potenzieller Kandidaten. Extravertierte Menschen tun sich besonders leicht, neue Bande zu knüpfen. Sie lachen mehr, reagieren offener auf ihr Gegenüber und initiieren öfter Gespräche als etwa schüchterne oder auch schwer depressive Menschen.

Aber laut der Psychologin Fehr genügt all das noch nicht – auch die Chemie muss stimmen. Manchmal reichen da schon ein paar Gemeinsamkeiten wie gleiches Alter, ähnliche Situation, Herkunft, Einstellungen oder Interessen. Sie geben uns das Gefühl, mit jemandem auf einer Wellenlänge zu liegen. Das Paradoxe daran ist, dass sich die Persönlichkeiten von engen Freunden gar nicht übermäßig ähneln. Als Teil eines Freundschaftsgespanns empfinden wir das lediglich so.

Entscheidender als die Ähnlichkeit ist die emotionale Nähe, so das Ergebnis einer Reihe von Experimenten an der Harvard University 2010. Die Psychologin Fenna Krienen und ihre Kollegen beobachteten mit Hilfe bildgebender Verfahren, was sich in den Gehirnen von Probanden tat, während sie Bekannte und Unbekannte in verschiedener Hinsicht einschätzen sollten. Dachten die Teilnehmer an Freunde, verstärkte sich die Aktivität in bestimmten Teilen des Stirnlappens, die sich auch beim Nachdenken über die eigene Person vermehrt regen. Besagte Aktivität blieb aus, wenn die Versuchspersonen Fremde beurteilten, die ihnen in ihren Einstellungen sogar ähnlicher waren als die eigenen Freunde. Die Gemeinsamkeiten waren für die sozialen Urteile der Probanden offenbar kaum relevant. Ihre Freunde hingegen standen den Probanden emotional wie auch auf neuronaler Ebene nahe.

Wahlverwandtschaften

Sind Freunde auch ein bisschen Familie? Forscher baten Studierende, Fotos von andersgeschlechtlichen Personen zu betrachten. Wahlweise sollten sich die Probanden dabei vorstellen, dass es sich um Verwandte, gute Freunde oder Unbekannte handelte – sowie in allen drei Fällen, dass sie mit der betreffenden Person Sex hätten! Die Teilnehmer reagierten erwartungsgemäß ablehnend, wenn sie einen "Verwandten" vor Augen hatten. Bei der Vorstellung, das Foto zeige enge Freunde, waren Frauen stärker abgeneigt als Männer. Offenbar empfinden Frauen ihre Freunde eher wie Verwandte.
(Ackerman, J. M. et al.: Is Friendship Akin to Kinship? In: Evolution,and Human Behavior 28,,S. 365 – 374, 2007)

Wie vielen Menschen können wir uns überhaupt nah fühlen? Jugendliche zählen im Schnitt rund 270 Facebookfreunde, meldete 2012 der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest. Doch das ändert nichts daran, dass ein Mensch meist nur ein bis zwei beste Freunde und höchstens fünf wirklich enge Freunde hat. Eine repräsentative Umfrage im Auftrag der Universität Chemnitz kommt im Schnitt sogar nur auf knapp drei Kontaktpersonen, mit denen wir persönliche Gedanken und Gefühle teilen.

Ein überraschendes Kriterium für die Wahl des "besten Freundes" förderte eine Längsschnittstudie in Tacoma, Washington, zu Tage. Studenten sollten ein Jahr lang ihre gleichgeschlechtlichen Freundschaften bewerten. Aus der erlebten Nähe, Unterstützung und der Häufigkeit der Kontakte ließ sich berechnen, welche Freundschaften über Jahre hinweg Bestand hatten. Aber nur ein einziger Faktor bestimmte darüber hinaus bei beiden Geschlechtern, wer vier Jahre später als "bester Freund" bezeichnet wurde: das Gefühl, von ihm in der eigenen Identität anerkannt und bestätigt zu werden.

Ein Plus an Selbstwertgefühl

Dieser Eindruck entstand zum Beispiel dadurch, dass beide im selben Footballteam spielten. Es genügte jedoch schon, wenn sie einander in ihren jeweiligen zentralen Rollen wertschätzten, auch wenn sie sich selbst einer anderen Gruppe zugehörig fühlten. Der Vorteil, den die Betreffenden daraus zogen: ein kräftiges Plus an Selbstwertgefühl. Offenbar wählen wir unsere besten Freunde nicht deshalb aus, weil sie so toll sind, sondern weil sie uns das Gefühl geben, toll zu sein.

Die nötige Vertrautheit kann man nicht mit einer großen Zahl von Freunden teilen, wie eine Längsschnittstudie in Kanada zeigte. Psychologen der Université de Québec zeichneten dazu den Verlauf von Freundschaften in Kindheit und Jugend nach. Ihr Fazit: je älter die Probanden, desto fester die Freundschaftsbande. Am deutlichsten werde das im Grundschulalter. Während ein Erstklässler im Schnitt nur jeden zweiten Freund auch im nächsten Schuljahr noch als solchen bezeichnete, waren es bei Viertklässlern immerhin 75 Prozent. Jugendliche verlieren sogar mehr alte Freunde, als sie neue hinzugewinnen. Darin spiegle sich ihr Bedürfnis nach mehr Intimität, denn die lasse sich nicht mit einer Vielzahl, sondern nur mit ausgewählten Freunden herstellen, so glauben die Forscher.

Die Chancen auf eine dauerhafte Freundschaft stehen schlechter zwischen Jungen und Mädchen sowie zwischen Angehörigen unterschiedlicher Ethnien als zwischen Freunden gleichen Geschlechts und gleicher Herkunft, berichten die kanadischen Psychologen weiter. Doch letztlich bestimme "die Qualität einer Freundschaft, wie lange sie hält". Und dafür, so ein weiteres Ergebnis der Studie, waren Intimität und häufige Kontakte entscheidend.

Bleibende Momente
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Die Geschlechter unterscheiden sich allerdings darin, was genau für sie Freundschaft ausmacht. Frauen erwarten mehr Intimität und entwickeln ein engeres Vertrauensverhältnis. Typisch weiblich sind deshalb so genannte Face-to-Face-Freundschaften, in denen der persönliche Austausch und die gegenseitige emotionale Unterstützung im Zentrum stehen. Eine gute Freundin sollte zuhören können, im richtigen Moment mitfühlend seufzen und instinktiv wissen, wann sie die andere trösten muss.

Unter Frauen sind innige Umarmungen zulässig – doch viele männliche Kumpels würde ein solcher Regelbruch auf Distanz gehen lassen. Sie pflegen häufiger Side-by-Side-Freundschaften, treiben gemeinsam Sport, unternehmen etwas und leisten sich gegenseitig praktische Hilfe. Dabei scheinen sie dauerhaftere Verbindungen einzugehen. Sind Frauenfreundschaften vielleicht gerade wegen des intimeren Verhältnisses krisenanfälliger?

Freundschaften enden in der Regel mit weniger Ach und Krach als eine Ehe oder Beziehung. Meist kommt der Abschied schleichend. Die räumliche Nähe geht verloren, sei es durch Umzug, Schul- oder Arbeitsplatzwechsel. Oder man sieht sich einfach seltener, weil Job und Familie Zeit und Energie kosten. Während eine räumliche Trennung in erster Linie lockere Kameradschaften gefährdet, erschüttern neue Partner gerade enge Vertrauensverhältnisse.

So stellte die Liebe auch die Freundschaft von Horst und Albert auf die Probe. An einem Abend 1955 gingen die beiden jungen Männer nach einem Kinobesuch im Kulturzentrum tanzen. Dort hatte Albert plötzlich nur noch Augen für Christa und ihr türkisfarbenes Kleid. Horst war derweil völlig vergessen. Empört stapfte dieser später allein nach Hause.

Findet ein Mann die Frau fürs Leben, ist mit jeder zweiten Freundschaft Schluss, zeigte Matthijs Kalmijn von der Universität Tilburg. Der niederländische Sozialforscher wertete Interviewdaten von knapp 3000 Probanden in verschiedenen Lebensabschnitten aus. Unter Singlemännern lag die Zahl der freundschaftlichen Kontakte bei 14 pro Monat und halbierte sich, wenn sie heirateten. Den Tiefstand von 5 Kontakten verzeichneten die Forscher, wenn die Kinder das Nest der Familie verließen. Für die Freunde von Frauen ging es mit einem Abstieg von 13 auf 6 Kontakte im Monat nicht ganz so stark bergab.

Schwarz-grüne Koalition

Wie verschieden Freunde sein können, demonstrieren der bayerische CSU-Politiker Günther Beckstein und die Parteivorsitzende der Grünen Claudia Roth. Allen ideellen Differenzen zum Trotz bekennen sie sich öffentlich zu ihrer Freundschaft.

Verheiratete oder in Partnerschaft lebende Probanden nannten im Schnitt 3,3 enge Freunde, darunter vor allem Nachbarn und Kollegen. Diese trafen oder sprachen sie jeweils etwa zweimal im Monat – und zwar meist gemeinsam mit ihrem Partner. Zu Beginn der Beziehung teilten sie nur ein Viertel ihrer Kontakte, doch sobald sie zusammenwohnten, machte das gemeinschaftliche Netzwerk schon die Hälfte ihres gesellschaftlichen Umgangs aus. Danach stieg der Anteil mit dem Alter allmählich weiter. Frauen gelang es, mehr eigene Freundschaften zu pflegen. Möglicherweise lassen sich die unter Männern üblichen Unternehmungen leichter kompensieren als intime Frauengespräche.

Das Zweiergespann Horst und Albert driftete ebenfalls auseinander: Der eine zog 1956 in den Westen, der andere blieb im Osten Deutschlands. Erst Anfang der 1970er Jahre trafen sie sich wieder. Christa und Albert waren schon lange ein Paar und wollten Horst im Westen besuchen. Als sich die Freunde am Bahnhof trafen, erkannten sie einander zunächst nicht wieder: Aus dem Rotschopf Albert war ein grauhaariger Mann geworden.

Rücken stärken, Freiräume lassen

Zwischen Horst und Albert lag jahrzehntelang die innerdeutsche Grenze. Aber Freundschaftsbande können selbst dann reißen, wenn in Alltag und Umfeld alles beim Alten bleibt. Die Psychologen Michael Argyle und Monika Henderson von der University of Oxford glauben, eine Freundschaft funktioniere nur so lange gut, wie sich beide Beteiligten an ihre ungeschriebenen Gesetze halten. Viele dieser Regeln beobachteten die beiden Forscher Mitte der 1980er Jahre in verschiedenen Ländern. In mehreren Teilstudien ließen sie ihre Probanden den Stellenwert von Freundschaftsregeln bewerten: vom Augenkontakt bis hin zur Bereitschaft, in Abwesenheit des Freundes für ihn in die Bresche zu springen.

Einige Regeln hielt das Gros der Probanden unabhängig vom Geschlecht für besonders wichtig, zum Beispiel, dem anderen Persönliches anvertrauen und sich auf ihn verlassen zu können.Ob man nun Liebeskummer hat, einen Todesfall beklagt oder seinen Job verliert, ein guter Kamerad wird einem bereitwillig den Rücken stärken. Freundschaft heißt aber auch, Privatsphäre und Freiräume zu akzeptieren. Eifersucht auf andere Freunde ist deshalb ein Tabu, und findet man den Partner unsympathisch, sollte man ihn trotzdem respektieren.

Hauptschuld am Ende einer Freundschaft ist vielen Befragungen zufolge jedoch meist die fehlende Bereitschaft, sich für den anderen Zeit zu nehmen und ihm Aufmerksamkeit zu schenken. Daran liegt vor allem den Frauen viel, denn sie hegen höhere Erwartungen an emotionale Nähe, wie 2012 eine Studie der Soziologin Diane Felmlee und ihrer Kollegen unter Studierenden an der Westküste der USA zeigte. Mit fortschreitendem Alter ändere sich daran nicht viel. Männer hingegen legen besonderen Wert darauf, mit Freunden scherzen und sich gegenseitig auf die Schippe nehmen zu können. Je besser sich zwei Freunde an diese unausgesprochenen Regeln halten, so das Resümee mehrerer Forschergruppen, desto stabiler die Freundschaft.

Ist einem Freund ein Fauxpas unterlaufen, greifen die meisten von uns offenbar zu einer wenig Erfolg versprechenden Strategie: Sie weichen dem Problem und gerne auch einander aus. "Die Forschung zeigt, dass Konfliktvermeidung die verbreitetste Reaktion ist", berichtet Beverly Fehr. Dabei führe eine offene, konstruktive Aussprache am ehesten zu einer schnellen und befriedigenden Lösung.

Die drei Versöhnungsstrategien

Gelingt es den Gefährten, einen Konflikt beizulegen, so gründet die Versöhnung laut Fehr in jedem dritten Fall darauf, dass die Beteiligten ihr Verhalten ändern, zum Beispiel mehr Zeit miteinander verbringen oder dem anderen mehr Raum lassen. Fast ebenso oft kommt es zu einem klärenden Gespräch mit Entschuldigungen und Versicherungen. Rund jeder Fünfte greift zur großen Geste. Man plant eine gemeinsame Versöhnungsaktivität, die den Willen demonstriert, weiter an der Freundschaft festzuhalten.

Solche Anstrengungen unternehmen wir aus gutem Grund. Freunde erfüllen viele menschliche Bedürfnisse: Sie dienen uns als seelische und praktische Stütze, bestätigen unseren Wert und vermitteln das Gefühl von Zugehörigkeit. Noch dazu, das haben zahlreiche Studien gezeigt, halten Freunde gesund, senken das Risiko für Bluthochdruck und Depressionen und verlängern sogar das Leben.

Das liegt offenbar daran, dass sie als Puffer fungieren: Die Anwesenheit von Freunden dämpft die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol, stellten der Freiburger Psychologieprofessor Markus Heinrichs und sein Team 2003 fest. Ihre Probanden sollten nach kurzer Vorbereitungszeit vor Publikum sprechen und kopfrechnen. Während ein Teil von ihnen diese Aufgabe ohne Hilfe meistern musste, erhielten andere per Nasenspray das Stress dämpfende Hormon Oxytozin, oder sie bekamen Gesellschaft von einem Freund. Währenddessen maß das Forscherteam über Speichelproben regelmäßig den Cortisolspiegel und damit den Stresspegel ihrer Versuchspersonen. Wie erwartet half das Spray, die Stressreaktionen zu mildern. Doch auch die zehnminütige Unterstützung durch einen mitgebrachten Freund hatte den Cortisolspiegel messbar gedämpft.

Gute Freunde sind in Stress und Alltagstrubel oft die rettende Insel. Schon der Gedanke an sie kann dazu führen, dass uns ein Berg weniger steil vorkommt, wie eine britische Studie 2008 zeigte. Kein Wunder, dass Freunde geradezu als Glücksboten gelten. Der Philosoph Francis Bacon brauchte 1625 nur einen Satz, um die Macht der Freundschaft zu Papier zu bringen: "Sie verdoppelt die Freude und halbiert das Leid.“

Das mit dem Tanzabend hat Horst seinem alten Freund Albert verziehen – immerhin hatte der an besagtem Abend in Christa seine zukünftige Frau kennen gelernt. Inzwischen sind die beiden seit über 60 Jahren befreundet. Heute wohnen sie mehr als 500 Kilometer voneinander entfernt, aber sie telefonieren mindestens zweimal im Monat. Auf der Tanzfläche hat man Horst und Albert schon lange nicht mehr gesehen; sie sind längst Großväter – und einer von ihnen, Horst, ist meiner.