Der Himmel wird in den ersten Oktobertagen durch den zunehmenden Mond immer stärker aufgehellt. Am 5. Oktober ist Vollmond, dennoch kann man zumindest die erste Nachthälfte sinnvoll zum Beobachten nutzen. Zu Vollmond lässt sich am Morgenhimmel eine spektakuläre Planetenkonjunktion beobachten: Venus begegnet hier dem Planeten Mars in nur elf Bogenminuten Winkelabstand, das entspricht einem Drittel der Vollmondbreite. Der geringste Abstand wird allerdings kurz vor Sonnenuntergang am 5. Oktober erreicht und ist somit schwierig zu beobachten. Wer freie Sicht nach Osten hat und einen sehr klaren Himmel, kann es zwischen 17 und 18 Uhr MESZ trotzdem versuchen. Aber Vorsicht! Die Sonne steht mit rund zehn Grad Abstand relativ nahe, und ohne entsprechenden Filter darf man auf keinen Fall auf unser Zentralgestirn schauen. Es drohen irreparable Augenschäden! Wer sich dabei nicht sicher fühlt, kann einfach am Morgen des 5. und 6. Oktober kurz vor Sonnenaufgang danach schauen.

Venus im Fernrohr
© Tobias Häusler
(Ausschnitt)
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So erscheint die Venus im Teleskop; derzeit ist sie jedoch zu mehr als der Hälfte beleuchtet.
Für weitere Informationen über das Geschehen am Nachthimmel im Oktober empfehlen wir Ihnen die monatliche Rubrik "Aktuelles am Himmel", die in jedem Heft von "Sterne und Weltraum" erscheint.

Nachdem es dunkel geworden ist, lassen sich zwei weitere Planeten sichten: Uranus steht im Sternbild Fische und Neptun im Wassermann. Das Sternbild Fische befindet sich unter dem großen Herbstviereck beziehungsweise dem Pegasus-Quadrat. Die Sterne in den Fischen sind relativ leuchtschwach und bei schlechten Bedingungen kaum zu sehen. Sie bilden ein großes "V" tief über dem südlichen Horizont. Etwas oberhalb der unteren drei Sterne, in der Nähe von "Torcularis Septentri" (Omicron Piscii), ist Uranus zu finden. Mit einer Helligkeit von 5,7 mag ist er ein wenig leuchtschwächer als die Sterne in den Fischen, aber noch mit dem Fernglas als Punkt zu sehen. Bei Uranus sowie bei den anderen Planeten sollte man nicht mit Vergrößerung sparen. Der Gasplanet ist zwar fast viermal so groß wie unsere Erde, allerdings mit rund drei Milliarden Kilometer Abstand auch extrem weit weg. Im Teleskop sieht man eine kleine blaugrüne Kugel. Es lassen sich leider keine Details in seiner Wolkendecke erkennen.

Aufsuchkarte für den Planeten Uranus
© Tobias Häusler / Easy Sky
(Ausschnitt)
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Im Sternbild Fische lässt sich der blaugrüne Gasplanet Uranus im unteren Bereich der v-förmigen Sternfigur sichten.

Das zweite Objekt ist Neptun, der äußerste Planet des Sonnensystems. Er befindet sich zurzeit im Sternbild Wassermann direkt neben dem Stern Lambda Aquarii. Neptun ist annähernd so groß wie Uranus, aber noch viel weiter weg. Mehr als sieben Milliarden Kilometer trennen ihn von der Erde. Im Teleskop erkennt man daher selbst bei sehr hoher Vergrößerung nur einen kleinen tiefblauen Stecknadelkopf. Man sieht jedoch deutlich seine kreisrunde Form, die verrät, dass es sich hierbei tatsächlich um die Scheibe eines Planeten handelt, da man Sterne niemals als flächige Objekte sehen kann. Sterne sind bei jeder für Amateurteleskope machbaren Vergrößerung nur kleine Punkte.

Aufsuchkarte für den äußersten Planeten Neptun
© Tobias Häusler / Easy Sky
(Ausschnitt)
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Der äußerste Planet Neptun befindet sich im Sternbild Wassermann unweit des Sterns Lambda Aquarii.

Schon früh am Abend gehen im Osten die Plejaden auf. Dieser offene Sternhaufen wird auch Siebengestirn oder "Die sieben Schwestern" genannt. Wegen ihrer Form werden die Plejaden oft auch fälschlicherweise als "Kleiner Wagen" bezeichnet. Der Sternhaufen ist etwa 400 Lichtjahre von uns entfernt. Er ist eingebettet in einen riesigen Komplex aus dem so genannten galaktischen Zirrus, den Staubwolken zwischen den Sternen unserer Heimatgalaxie. Die jungen heißen Sterne der Plejaden beleuchten diese Staubwolken, wodurch um sie herum Reflexionsnebel entstehen. Im Teleskop sind die Sterne bei niedriger Vergrößerung einfach nur schön anzusehen. Von den Nebeln sieht man leider meistens nichts. Die größten Chancen hat man beim Stern Merope, denn der Meropenebel ist besonders hell im Vergleich zu den Schwestern.

Die Plejaden eingebettet im galaktischen Zirrus
© Bernhard Zimmermann
(Ausschnitt)
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Eine markante Sternfigur am Himmel sind die Plejaden oder das Siebengestirn im Sternbild Stier. Der offene Sternhaufen ist in Staubwolken eingebettet, in den so genannten galaktischen Zirrus. Dieser reflektiert das Licht der Sterne. Bernhard Zimmermann fotografierte die Plejaden mit einem 80-Millimeter-Refraktor und belichtete 30 x 300 Sekunden.

Bei einem relativ dunklen Himmel sieht man ein Stück oberhalb der Plejaden zwei weitere Wölkchen zwischen den Sternbildern Perseus und Kassiopeia. Es ist der Doppelsternhaufen h & chi Persei. Unter guten Bedingungen und bei sehr niedriger Vergrößerung sehen die beiden Sternhaufen wie kleine Diamanten auf schwarzem Samt aus.

Die beiden Sternhaufen h & chi im Perseus
© Frank Iwaszkiewicz
(Ausschnitt)
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Frank Iwaszkiewicz fotografierte mit einem Zehn-Zoll-Teleskop die beiden offenen Sternhaufen h & chi im Sternbild Perseus und belichtete 12 x 300 Sekunden. Beide Sternhaufen lassen sich mit dem bloßen Auge sichten und sind rund 7500 Lichtjahre von uns entfernt.