Am 20. September 2017 ist Neumond. Somit sind in der zweiten Monatshälfte die Nächte wieder dunkel und bieten daher gute Voraussetzungen, leuchtschwache Himmelsobjekte zu beobachten.

Die Konstellation Venus, Mondsichel und Regulus am Morgen des 18. September 2017
© Tobias Häusler / Stellarium
(Ausschnitt)
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Am frühen Morgen des 18. September 2017 lassen sich die schmale Sichel des abnehmenden Mondes, die helle Venus und der Stern Regulus in geringem Abstand zueinander beobachten. Die deutlich näher zum Horizont stehenden Planeten Merkur und Mars dürften dagegen schwieriger zu beobachten sein.

Am Morgen vor Neumond zeigt sich am Osthorizont eine schöne Konstellation von Venus mit dem Stern Regulus. Die beiden gehen etwa um 03:30 Uhr MESZ auf und sind bis weit in die Dämmerung zu sehen. Sie stehen sich dabei in weniger als einem halben Grad – oder rund eine Vollmondbreite – gegenüber. Zwei Tage zuvor ist der Anblick sogar noch spektakulärer, denn dann begegnen sich die schmale abnehmende Mondsichel, Venus und Regulus am Morgenhimmel kurz vor Sonnenaufgang. Zwischen 04:00 und 05:00 Uhr MESZ sollte sich das Schauspiel am besten beobachten lassen. Ein wenig später gesellen sich sogar noch Mars und Merkur dazu. Also Kamera nicht vergessen!

Mond mit aschgrauem Licht
© Manfred Holecek
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Manfred Holecek fotografierte am 16. März 2010 die nur 1,8 Tage alte Sichel des zunehmenden Mondes. Deutlich lässt sich der Erdschein oder das aschgraue Licht erkennen, durch den die gesamte Mondscheibe sichtbar wird.
Für weitere Informationen über das Geschehen am Nachthimmel im September empfehlen wir Ihnen die monatliche Rubrik "Aktuelles am Himmel", die in jedem Heft von "Sterne und Weltraum" erscheint.

Zwei Tage nach Neumond, am 22. September, befindet sich der Mond wieder auf der anderen Seite der Sonne und geht kurz nach ihr am Abend im Westen unter. Er steht dabei ganz in der Nähe von Jupiter, der leider schon so früh verschwindet, weshalb eine Beobachtung im Fernrohr nicht mehr sinnvoll ist. In beiden Fällen kann man bei der sehr schmalen Mondsichel das so genannte aschgraue Mondlicht oder den Erdschein sehen. Es zeigt sich also nicht nur die schmale Sichel, sondern auch der ganze Rest des Mondes in einem dunkelgrauen Schimmer. Das liegt daran, dass die Erde Licht auf den Mond wirft, das von diesem reflektiert wird. Somit wird die Nachtseite des Mondes ein wenig aufgehellt. Der Mond nimmt gegen Ende des Monats weiter zu, und am 30. September ist dann wieder kurz nach 19:00 Uhr MESZ der Lichteffekt des "Goldenen Henkels" auf dem Mond zu sehen.

Solange der Mond mit seinem hellen Schein nicht stört, kann man besonders gut drei Kometen beobachten. Der hellste von ihnen ist der neu entdeckte Schweifstern C/2017 O1 (ASASSN), der von dem gleichnamigen automatischen Beobachtungsprogramm gefunden wurde. Eigentlich sucht das Projekt nach Supernovae, aber wegen der großflächigen Durchmusterung des Nachthimmels bleiben oft auch Kometen und Asteroiden als "Beifang" im Netz hängen. Der Komet ist mit 8,8 mag hell genug, um ihn schon mit kleinen Teleskopen zu beobachten. Allerdings zeigt er keine spektakulären Eigenschaften, sondern erscheint im Teleskop als ein kleines Wölkchen. Er soll sogar noch heller werden, seine maximale Helligkeit wird gegen Mitte Oktober erwartet.

Der zweite Komet ist noch leuchtschwächer und wohl nur größeren Teleskopen ab 25 Zentimeter Öffnung oder den Astrofotografen vorbehalten. C/2015 ER61 (PanSTARRS) ist ebenfalls ein Nebenprodukt dieses Beobachtungsprogramms und mit nur 12,1 mag relativ dunkel. Die beiden Kometen halten sich nahe beieinander in der Nähe der Plejaden im Sternbild Stier auf.

Aufsuchkarte für die Kometen C/2015 ER61 PanSTARRS und C/2017 O1 ASASSN
© Tobias Häusler / Easy Sky
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Im Sternbild Stier lassen sich unweit des offenen Sternhaufens der Plejaden oder des Siebengestirns die beiden Kometen C/2017 O1 (ASASSN) und C/2016 ER61 (PanSTARRS) beobachten.

Der nächste Schweifstern ist 24P/Schaumasse. Er ist mit einer Helligkeit von 10,8 mag schon schwerer zu beobachten und eignet sich für größere Teleskope ab 20 Zentimeter Öffnung.

Aufsuchkarte für den Kometen 24P/Schaumasse und den Zwergplaneten (1) Ceres
© Tobias Häusler / Easy Sky
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Im Sternbild Krebs halten sich der Komet 24p/Schaumasse und der Zwergplanet (1) Ceres auf. Ceres ist etwa 9 mag hell, während 24P rund 10,8 mag erreicht.

Vier Mitglieder des Asteroidengürtels zwischen den Bahnen von Mars und Jupiter sind derzeit in der Reichweite von Amateurteleskopen. Zuerst steht (89) Julia am günstigsten, sie bewegt sich gerade durch das Sternbild Pegasus in der Nähe des Sterns Homam (zeta Pegasi). Etwas weiter östlich ist (7) Iris im kleinen Sternbild Widder zu sehen, sie befindet sich gerade in ihrer Oppositionsschleife und bewegt sich deshalb kaum vom Fleck. In der zweiten Nachthälfte steht der Himmelsfluss Eridanus schon hoch genug, um (2) Pallas zu beobachten. Eridanus ist ein sehr großes Sternbild mit eher schwachen, unauffälligen Sternen. Daher ist Pallas nur bei idealen Bedingungen mit Starhopping – also sich anhand einer Sternkarte von Stern zu Stern hangeln – zu finden. Und zum Schluss können wir noch den Zwergplaneten (1) Ceres sichten, der zwischen Krebs und den Zwillingen seine Bahn zieht. Alle vier Objekte erreichen Helligkeiten zwischen acht und neun mag und sind damit gut in kleineren Teleskopen um zehn Zentimeter Öffnung sichtbar.

Aufsuchkarte für den Asteroiden  (7) Iris
© Tobias Häusler / Easy Sky
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Im Sternbild Widder durchläuft der Kleinplanet (7) Iris seine Oppositionsschleife und verändert daher seine Himmelsposition nur geringfügig. Iris ist etwa 7,7 mag hell.
Aufsuchkarte für den Asteroiden (89) Julia
© Tobias Häusler / Easy Sky
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 Bild vergrößernAufsuchkarte für den Asteroiden (89) Julia
Der Kleinplanet (89) Julia hält sich im Sternbild Pegasus auf und ist etwa neun mag hell.
Aufsuchkarte für den Asteroiden (2) Pallas
© Tobias Häusler / Easy Sky
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 Bild vergrößernAufsuchkarte für den Asteroiden (2) Pallas
(2) Pallas ist einer der größten Himmelskörper im Asteroidengürtel und wird im September im eher unauffälligen Sternbild Eridanus rund 8,6 mag hell.

Für Beobachter mit größeren Teleskopen gibt es noch einen interessanten Nebel: Der "Pacman-Nebel" (NGC 281) verdankt seinen Namen der Ähnlichkeit mit einer Figur aus einem Computerspiel. Er befindet sich im Sternbild Kassiopeia neben dem Stern Schedir, dem rechten unteren Zacken des "Himmels-W". Der Nebel ist im Vergleich zu den anderen Wasserstoffnebelgebieten in der Milchstraße relativ klein. Er erscheint rundlich mit einer langgestreckten Dunkelwolke als Mund und einer kleineren als Auge des Pacman. Ein Nebelfilter ist bei der Beobachtung sehr hilfreich und kann über Sehen oder Nichtsehen entscheiden.

Der PacMan-Nebel NGS 281 im Sternbild Kassiopeia
© Tobias Häusler
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Tobias Häusler fotografierte den Pacman-Nebel NGC 281 im Sternbild Kassiopeia mit einem 80-Millimeter-Refraktor mit einer Brennweite von 480 Millimetern. Er belichtete rund 10X5 Minuten von einem dunklen Standort in der Eifel aus.