Den Rekord für die längste Sternenfinsternis im All hält ab sofort wohl ein Doppelsternsystem, das bislang nur eine umständliche astronomische Katalognummer als Namen hat: TYC 2505-672-1. Alle 69 Jahre schiebt sich einer der beiden Sterne von der Erde aus betrachtet vor seinen Begleiter und verdunkelt diesen für stolze 3,5 Jahre lang fast komplett, wie Wissenschaftler um Joey Rodriguez von der Vanderbilt University berichten. TYC 2505-672-1 befindet sich etwa 10 000 Lichtjahre von der Erde entfernt und besteht vermutlich aus zwei Roten Riesen, die sich in vergleichsweise großer Distanz umkreisen. Die Forscher schätzen anhand der langen Zeit zwischen zwei Sternenfinsternissen, dass sie sich etwa 20 Astronomische Einheiten voneinander entfernt befinden müssen, was etwa der Entfernung zwischen der Sonne und Uranus entspricht.

Da der Begleitstern rund 2000 Grad heißer als die Sonne ist, gleichzeitig aber nur einen halb so großen Durchmesser hat, vermuten Rodriguez und Kollegen, dass er bereits seine äußeren Schichten abgestoßen hat, die den vergleichsweise kleinen Kern nun als lichtundurchlässige Materiescheibe umgeben – anders könnte er seinen Partner wohl nicht dermaßen lange verdecken. Die Wissenschaftler wurden auf die Besonderheiten von TYC 2505-672-1 aufmerksam, nachdem sie Tausende von Bildern analysiert hatten, die mit verschiedenen Teleskopen seit 1890 von dem Doppelsternsystem anfertigt worden waren. Demnächst wollen sie ihre Ergebnisse im "Astronomical Journal" veröffentlichen.

Bislang war der Riesenstern Epsilon Aurigae Rekordhalter unter den so genannten bedeckungsveränderlichen Sternen. Er wird von seinem Begleiter, einem Stern nicht viel größer als die Sonne, der allerdings von einer riesigen Scheibe aus Staub und Gas umgeben ist, alle 27 Jahre für 640 bis 730 Tage verdunkelt.