Die meisten Kinder, die in den USA in den letzten Jahren an Grippe starben, waren nicht gegen die Krankheit geimpft, berichten Mediziner der US-Gesundheitsbehörde nach einer aktuellen Auswertung von Fallzahlen im Magazin "Pediatrics". Die Forscher hatten sich 358 Influenza-Todesfälle von Jugendlichen aus den Jahren zwischen 2010 und 2014 angesehen und von 291 Betroffenen nachträglich ermitteln können, ob sie in den Monaten vor ihrer tödlichen Erkrankung einen Grippeimpfstoff bekommen hatten. Nur 75 Kinder – also etwa jedes vierte – dieser Betroffenen waren geimpft, allerdings offenbar zu spät oder mit einem nicht wirksamen Vakzin. Demnach reduzierte die Impfung das Risiko der Kinder, nach einer Influenza-Infektion zu sterben, um insgesamt 65 Prozent.

Damit werde zwar einerseits wieder deutlich, dass der Impfschutz nie ganz perfekt ist. Andererseits werden eindeutig viele Jungen und Mädchen durch ihn gerettet, so die Forscher. Die Zahl aller Grippeopfer ist notorisch schwer zu beziffern, sie liegt aber von Jahr zu Jahr zwischen 4000 und 50 000 Toten. Auch in der Grippesaison 2017 starben bis März 61 Kinder. Insgesamt dürften deutlich weniger tragische Fälle zu verzeichnen sein, wenn sich die Impfquote erhöht: Sie lag in den vergangenen Jahren bei Kindern nur um die 50 Prozent.