Nur wenige ausgewählte Stoffe beeinträchtigen Honigbienen kaum, zeigt eine Sprühstudie mit 42 Zubereitungen, welche die wichtigsten verwendeten Pestizidklassen abdeckt. Wie die Arbeitsgruppe um Jeff Gore von der Mississippi State University feststellte, töten allein 26 der 42 eingesetzten Stoffe unter Feldbedingungen wohl praktisch alle kontaminierten Bienen. Lediglich drei Spritzmittel, darunter auch das umstrittene Herbizid Glyphosat, beeinträchtigten die Bienen demnach so gut wie gar nicht. Als besonders schädlich erwiesen sich die Substanzklassen Organophosphate und Pyrethroide, auch die Mehrzahl der Neonicotinoide schnitt schlecht ab.

Der aufwändigere Sprühtest soll realistischere Bedingungen schaffen, als sie in reinen Fütterungs- oder Kontaktexperimenten herrschen, schreiben Gore und sein Team in ihrer Arbeit. So zeigten sich auch Effekte von Zusatzstoffen sowie solche der Aufnahme über die Atmungsorgane und durch Langzeitkontakt. Dabei stellte sich unter anderem heraus, dass einige Stoffe bei früheren Bewertungen unterschätzt wurden. Die Wissenschaftler bestimmten in den Sprühversuchen an Bienen, welche Konzentrationen der Stoffe die Arbeiterinnen überlebten und welche nicht. Daraus berechneten sie die Kennzahlen für die jeweilige Toxizität.

Anhand der beim Sprühen von Feldern eingesetzten Pestizidmengen kalkulierte Gores Team dann, welchem Anteil der betroffenen Bienen jeder Wirkstoff und seine Zusatzstoffe in der Praxis unter realen Bedingungen den Garaus machten. 29 Zubereitungen töten demnach jeweils mehr als 90 Prozent der Bienen. Weniger als ein Prozent Sterblichkeit erwartet das Team bei lediglich drei Wirkstoffen: dem Herbizid Glyphosat, dem Neonicotinoid Acetamiprid gegen Blattläuse und dem meist gegen Milben eingesetzten Etoxazol.