Die Zeit zwischen so genannten Supereruptionen, bei denen Vulkane enorme Mengen an Lava und Staub ausstoßen, ist offenbar kürzer als Wissenschaftler bislang annahmen. Das zeigt nun eine Analyse von Jonathan Rougier von der University of Bristol und seinen Kollegen. Die Forscher werteten die Einträge einer Datenbank aus, die geologische Aufzeichnungen enthält, welche die vergangenen 100 000 Jahre umspannen. Dabei entdeckten sie, dass die heftigen Vulkanausbrüche sich nicht wie bislang geschätzt alle 45 000 bis 714 000 Jahre ereignen, sondern vielmehr alle 5200 bis 48 000 Jahre. Der beste Schätzwert liege im Schnitt bei 17 000 Jahren, so Rougier.

Im Rahmen von Supereruptionen stoßen Vulkane über 1000 Gigatonnen an Auswurfmenge aus. Das reicht aus, um einen gesamten Kontinent mit Asche zu überziehen und das globale Klima im Zweifelsfall für Jahrzehnte zu verändern. Die beiden letzten Supereruptionen ereigneten sich den Aufzeichnungen zufolge vor 20 000 bis 30 000 Jahren. "Wir können uns schon ein wenig glücklich schätzen, seitdem keine Vulkanausbrüche von solch katastrophalem Ausmaß mehr erlebt zu haben", sagt Rougier. Das bedeute allerdings nicht, dass die nächste Supereruption nun überfällig sei. So berechenbar sei die Natur nur selten. Die Daten zeigen aber, dass Vulkane eine unmittelbarere Gefahr für unsere moderne Zivilisation darstellen als bislang angenommen, so der Forscher.