Die Dinosaurier der Gattung Sinosauropteryx, die vor rund 130 Millionen Jahren die Erde bevölkerten, verfügten offenbar bereits über ausgefeilte Tarnfarben, die mit denen heute lebender Vögel und Säugetiere vergleichbar sind. Das berichten Wissenschaftler um Jakob Vinther von der University of Bristol im Fachmagazin "Current Biology".

Sinosauropteryx war der erste Dinosaurier, bei dem Forscher Federn fanden. Bereits 2010 gelang es einem Team um Fucheng Zhang von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, die Färbung des eher kleinen Sauriers anhand der fossilen Überreste von Farbpigmenten zu entschlüsseln. Dabei kamen die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass der Schwanz der Tiere einst rotbraun-weiß gestreift gewesen sein muss.

Vinther und sein Team weiteten die Analyse nun auf den gesamten Körper von Sinosauropteryx aus – und stießen dabei auf weitere auffällige Musterungen. So scheinen die Tiere einst eine dunkle "Augenmaske" getragen zu haben, ähnlich wie heutige Waschbären. Ihr Rücken war dunkel gefärbt, ihr Bauch dagegen hell.

Die Forscher glauben, dass diese Färbung Sinosauropteryx geholfen hat, sich vor Fressfeinden zu verbergen. Zudem sorgte sie vermutlich dafür, dass er sich auch selbst besser an potenzielle Beutetiere anschleichen konnte. Die Augenmaske verbarg wahrscheinlich auf den ersten Blick die Augen der Tiere, während der gestreifte Schwanz die Aufmerksamkeit von Fressfeinden auf sich zog und sie so von lebenswichtigeren Körperregionen ablenkte.

Die Kombination aus hell und dunkel an Bauch und Rücken bezeichnen Wissenschaftler auch als Konterschattierung. Sie sorgt dafür, dass Tiere als weniger dreidimensional wahrgenommen werden und entsprechend nicht so stark aus ihrer Umgebung hervorstechen. Da Spezies in unterschiedlichen Lebensräumen zudem häufig verschiedene Arten von Konterschattierung aufweisen, konnten Vinther und seine Kollegen anhand dieses Musters neue Erkenntnisse über die Umgebung gewinnen, in der Sinosauropteryx sich vermutlich bevorzugt aufhielt. Anders als bislang vermutet, könnten die Tiere eher weite, offene Landschaften mit sparsamer Vegetation wie zum Beispiel Savannen bewohnt haben, schließen die Forscher.