Landlebende Dinosaurier bewegten sich einst auf vier oder zwei Beinen fort. Kräftige Hinterläufe und kleine Ärmchen prägten den Körperbau bipeder Arten. So auch bei dem bis zu zwei Meter großen Papagei-Dinosaurier (Psittacosaurus lujiatunensis), der vor ungefähr 100 Millionen Jahren im ostasiatischen Raum lebte. Doch seine Jungtiere durchliefen offenbar erst eine Krabbelphase.

Qi Zhao und Kollegen vom Institut für Wirbeltierpaläontologie Beijing verglichen Arm- und Beinknochen von insgesamt 16 Tieren, die eine Alterspanne von wenigen Monaten bis zu ausgewachsenen Individuen abdecken. Die Proben waren noch gut genug erhalten, um in Querschnitten Kanäle von Blutgefäßen erkennen zu können, die sich während Wachstumsphasen stark ausbilden und mit zunehmendem Alter abnehmen.

Die Forscher stellten anhand der untersuchten Oberarmknochen fest, dass diese besonders in den ersten drei Lebensjahren wuchsen und die Jungtiere noch auf allen vier Beinen liefen. Erst in einem zweiten Wachstumsschub im Alter von vier bis sechs Jahren bildeten sich die starken Hinterbeine aus. Mit zehn Jahren erreichten die Tiere ihre volle Körpergröße.

Skelett eines Papagei-Dinosaurier
© Jordi Payá
(Ausschnitt)
 Bild vergrößernSkelett eines Papagei-Dinausauriers
Psittacosaurus ernährte sich mit seinem schnabelartigen Maul rein pflanzlich. Die erworbene Zweibeinigkeit ermöglichte es ihm, höher gelegenes Futter zu erreichen und seinen Fressfeinden in hohem Tempo zu entkommen.