Schon vor 100 Millionen Jahren legten möglicherweise männliche Dinosaurier eine flotte Sohle aufs Parkett, um weibliche Artgenossen zu beindrucken und für die Paarung zu gewinnen – oder auch andersherum. Darauf will nun zumindest ein Team um Martin Lockley von der University of Colorado in Denver erstmals konkretere Hinweise entdeckt haben. Der Experte für Dinosaurierfußabdrücke entdeckte riesige Kratzspuren im prähistorischen Dakota-Sandstein, der zwischen 145 und 66 Millionen Jahre alt ist, an insgesamt vier verschiedenen Fundorten im US-Bundesstaat Colorado. Manche der Kratzer haben einen Durchmesser von bis zu zwei Metern und ähneln von der Form her riesigen Dinofüßen mit drei Zehen. Am größten Fundort stießen die Forscher auf rund 60 solcher Spuren in einem Areal von etwa 50 mal 15 Metern.

Riesenkratzer
© University of Colorado Denver
(Ausschnitt)
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Martin Lockley (rechts) und Ken Cart neben den von ihnen entdeckten Kratzspuren im westlichen Colorado.

Die Kratzer könnten vielleicht von Acrocanthosaurus stammen, einem großen Fleischfresser, der vor rund 110 Millionen Jahren die Erde bevölkerte, wie "Science" berichtet. Für Lockley deuten die Spuren darauf hin, dass Dinosaurier einst ähnliche Balzrituale pflegten, wie es heute manche modernen Vögel tun: Sie scharrten etwa mit den Füßen im Boden und bauten symbolische Nester, um damit zu demonstrieren, dass sie in der Lage sind, für Partner und Nachwuchs zu sorgen. Andere Erklärungen für die Kratzspuren – etwa, dass die Dinos schlicht nach Nahrung und Wasser gruben oder tatsächlich Nester bauten – schließen die Forscher aus.